AMD entwickelt 45nm-Chip "Shanghai" in Indien

AMDDer "Alles oder nichts"-Monat wird für AMD in wenigen Stunden zu Ende gehen. Während die neue Grafikkarten-Serie größtenteils im Positiven überraschte - die Erwartungen an AMD sind nach jüngsten Auftritten nicht mehr besonders hoch -, musste die neue Desktop-Prozessor-Serie viele Seitenhiebe einstecken. Doch AMD lässt sich davon nicht unterkriegen. So versucht man einerseits den derzeitigen K10 möglichst schnell zu optimieren, besser gesagt dessen anfängliche Fehler auszubügeln, und andererseits mit Blick in die Zukunft den 45nm-Prozess voranzutreiben.

Wie Hector Ruiz nun im Rahmen einer Eröffnung eines neuen Forschungszentrums in der indischen High-Tech-Metropole Bangalore erwähnte, wird der erste, eigene 45nm-Prozessor seit mehreren Monaten in jener stark bevölkerten Region entwickelt. Seit sechs Jahren ist AMD mit einem großen Gebäude inmitten der Millionen-Metropole vertreten. Durch den Neubau, welcher 350 neue Arbeitsplätze schafft, wird das "alte" Gebäude zu einem Verwaltungs- und Marketingszentrum umfunktioniert, das Neue wird die Forschung von künftigen Prozessor-Designs vorantreiben.

Wie angesprochen, wird aber schon jetzt AMDs erster 45nm-Prozessor, Codename: Shanghai, in Indien entwickelt und steht angeblich sogar schon kurz vor seinem "Tape-Out", dem ersten Schritt zur Serienfertigung. Die Ingenieure sind optimistisch, dass die zweite K10-Generation noch Mitte 2008 pünktlich anrollt und damit rechtzeitig vor dem Start der Intel-Nehalem-Architektur. Zu den bislang bekannten Neuerungen des Shanghais wird neben der Umstellung des Fertigungsprozesses ebenso ein Ausbau des L3-Cache gehören, der von derzeitigen 2 MiB auf 6 MiB anwachsen soll. Darüber hinaus erhofft man sich durch den neuen Fertigungsprozess, über kurz oder lang höhere Taktraten fahren zu können.

In der Vergangenheit hat sich die so genannte "Refresh"-Generation oftmals als ausgesprochen gut erwiesen, insbesondere wenn "unglücklich" vorgelegt wurde. Deswegen bleibt an dieser Stelle zu hoffen, dass AMD mit dem Shanghai einige Schwachstellen der noch taufrischen und Fehler behafteten K10-Architektur ausbügeln kann. Sollte der Launch Mitte 2008 gelingen, hat man eine reele Chance, zumindest zwischenzeitlich mit Intel gleichzuziehen.


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