Milliarden-Deal - Apple kauft Beats

InternetMilliarden-Deal: Kopfhörer-Hersteller Beats wird von Apple übernommen
Manchmal muss man einfach nur Glück haben. So wie Dr. Dre, weltbekannter Rapper und Gründer der Kopfhörer-Marke Beats. Er konnte vor wenigen Tagen einen der größten Deals in der Elektronik-Branche vermelden: Beats Electronics wird von Apple übernommen! Der Deal hat einen Wert von satten drei Milliarden Dollar. Damit könnte der Musiker zum ersten Rapper werden, der gleichzeitig Milliardär ist.
Für Apple ist es die größte Übernahme der Firmengeschichte. Noch nie hatte man ein Unternehmen mit einem Wert von mehr als einer Milliarde Dollar übernommen.

Was verspricht sich Apple von diesem Deal?



Kann ein Kopfhörer-Business wirklich drei Milliarden Dollar wert sein? Ganz ehrlich: Wir wissen es nicht. Es geht bei diesem Deal nämlich nicht nur um die Kopfhörer mit dem markanten roten „b“ als Erkennungszeichen, sondern um viel mehr. Apple verspricht sich von der Übernahme auch gleichzeitig den Einstieg in das lukrative Geschäft mit Abonnements für Streaming-Dienste, wie man sie beispielsweise vom schwedischen Unternehmen Spotify kennt.
Beats Electronics ist also viel mehr als nur ein kleiner Hersteller von Kopfhörern. Um das zu verstehen, müssen wir kurz in die Geschichte des Unternehmens eintauchen:
Im Jahr 2006 gründete der schon damals weltbekannte Rapper und Hip-Hop-Musiker Dr. Dre zusammen mit Jimmy Iovine das Unternehmen Beats Electronic. Von Anfang an spezialisierte man sich auf die Entwicklung und Produktion von hochwertigen Kopfhörern. Dafür kooperierte Beats zunächst mit dem etablierten Hersteller Monster Cable Products, bevor im Jahr 2008 die erste Eigenentwicklung unter dem Namen „Beats by Dr. Dre Studio“ auf den Markt kam. Im Jahr 2011 erwarb schließlich der taiwanische Technologiekonzern HTC die Aktienmehrheit am Unternehmen und zahlte dafür für 300 Millionen US-Dollar. Doch schon ein Jahr später kauften Dr. Dre und sein Partner wieder 25 % der Aktienanteile zurück.
Im Juli 2012 brach schließlich ein neues Kapitel der Unternehmensgeschichte an, indem Beats den Online-Musikdienst MOG übernahm. Im Jahr 2013 schließlich kauften die Firmeneigentümer weitere Anteile von HTC zurück, das Unternehmen hält seitdem keine Beteiligung mehr an Beats. Die noch verbliebenen Anteile kaufte der Investor Carlyle Group für 500 Millionen Dollar.

Der große Deal mit Apple



Es war der 28. Mai 2014, also erst vor wenigen Tagen, als die Apple Inc. bekannt gab, den Hersteller Beats Electronics für drei Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Wie bereits erwähnt, lag der Fokus von Apple dabei nicht nur auf dem Erwerb des Kopfhörergeschäfts, welches pro Jahr immerhin einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Dollar generiert. Noch viel interessanter ist für Apple der Eintritt in das Geschäft mit den Musikstreaming-Diensten, welche in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich noch für viel Furore sorgen werden.
Insider munkeln indes, dass der große Deal, der Dr. Dre und seinen Partner in Kürze zu Milliardären machen wird, nur deshalb zustande kommen konnte, weil Jimmy Iovine einen guten Kontakt zum verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs hatte. Wie auch immer: Dr. Dre und sein Partner werden im Zuge des Deals auch einen Posten in der Führungsetage des Handy-Riesen bekommen und in Zukunft die Geschäfte mitbestimmen.
Was sind Musikstreaming-Dienste?
Ganz einfach: Es handelt sich hierbei um ein klassisches Abo-Modell, bei dem der Kunde für einen monatlichen Festbetrag mehrere Millionen Musiktitel über das Internet abrufen kann. Bislang kennt man diesen Service insbesondere von dem schwedischen Dienstleister Spotify, der jedoch mittlerweile etliche Konkurrenten bekommen hat. Das Geschäftsmodell scheint weltweit sehr lukrativ zu sein.
Bisher ist Apple im Bereich der Musik-Downloads mit dem iPod und iTunes Musik-Downloadportal vertreten, auf einen Abo-Dienst wurde jedoch noch verzichtet. Untersuchungen zeigen jedoch: Das derzeit größte Wachstum im gesamten Musikmarkt gibt es bei den Abo-Streamingdiensten. Somit könnte sich der Einstieg für Apple doppelt rechnen, da der Konzern im CD-Verkauf und beim Herunterladen von Musik über das Internet bereits besonders stark vertreten ist.
Der Deal stand jedoch bis zuletzt auf der Kippe – wohl auch deswegen, weil Dr. Dre mit einem provokanten Video für Missstimmung in der Apple-Chefetage sorgte. In seiner unnachahmlichen Art rühmte sich der Musiker bereits vor Vertragsabschluss als erster Milliardär unter allen Rappern und Hip-Hoppern. Letztendlich lenkten Apple-Chef Tim Cook und sein Management aber doch ein und hielten sich an die vorher getroffenen mündlichen Absprachen. Und so wird Dr. Dre am Ende doch Recht behalten – für ihn und seinen Geschäftspartner Jimmy Iovine wird das altbekannte Märchen vom Goldesel wirklich wahr!


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