AMD investiert weiter in Dresden

AMDIn den letzten Wochen brodelte die Gerüchteküche rund um ein neues Werk in Dresden. Oft angekündigt und gleich darauf wieder dementiert. Nun hat AMD einen drei Stufen Plan vorgelegt, welcher folgende Punkte enthält:

Zum einen wird die Fab 30 in die Fab 38 umbenannte und auf moderne 300 mm Wafer umgestellt, nachdem die Produktion bisher nur für 200 mm ausgelegt war. Die Kalifornier erwarten, dass die Umstellung bis Ende 2007 vollzogen ist, wobei die endgültige Ausbaustufe erst Ende 2008 erreicht wird. Derzeit bereitet AMD diese Umrüstung vor und kündigte an, Mitte 2007 die 200mm Produktion vollständig herunterzufahren. Da Intel mittlerweile ausschließlich mit 300mm Wafern arbeitet, ist dieser Umbau nicht verwunderlich, da hier auch enorme Produktionskosten eingespart werden können. Immerhin ist die Ausbeute an Chips auf einem 300mm wesentlich höher als auf einem 200mm Wafer. Überraschend ist hier, dass AMD gleich den Werksnamen ändert; Gründe dafür wurden nicht genannt. Ein weiterer Schritt wird sein, die Kapazitäten des derzeit modernsten Werkes von AMD, der Fab 36, zu erhöhen. Wahrscheinlich auch als Folge der steigenden Nachfrage bei Serversystemen. Inwieweit der Ausbau genau stattfinden wird, ist leider nicht bekannt.

Zuletzt wird ein weiteres Reinraumgebäude errichtet. Dieses soll die gestiegenen Bump- und Test-Aktivitäten der bestehenden Produktion abfangen. Hier werden die Wafer mit elektronischen Kontaktverbindungen versehen und auf ihre Funktionalität überprüft. Durch die Verlegung dieser Testräume in ein eigenes Gebäude - vorher waren diese direkt in den Werken der Fab 30 und 36 integriert - kann AMD dort die Produktionsfläche für die Wafer vergrößern. Man kündigte an, Ende 2008 bis zu 45.000 Wafer im Monat herstellen zu können. Dabei ist der immer noch diskutierte Aufbau eines komplett neuen Werkes nicht mit einberechnet.

Die genannten Umbauten werden sich auf 2,5 Milliarden US-Doller belaufen, damit wird die Gesamtsumme der Investitionen in Dresden auf ganze 8 Milliarden US-Dollar gesteigert. Die steigende Nachfrage im asiatischen Raum trägt sicherlich zu diesen Ausbauten mit bei. Ob ein drittes Werk wirklich noch gebaut wird, hängt wohl stark von den derzeitigen neuen CPUs von Intel und AMD ab. Sollte AMD hier wieder Marktanteile verlieren, wird ein drittes Werk wohl immer unwahrscheinlicher, allerdings hängt es eher vom OEM Markt, als vom Retail Markt ab, wie erfolgreich AMD sein wird. Ebenso spielt der Servermarkt eine sehr große Rolle und hier haben die Kalifornier gerade erst Fuß gefasst. Sollte es AMD gelingen, hier einen größeren Absatzmarkt zu erwirtschaften, sollte einem dritten Werk nichts mehr im Wege stehen.


Kommentar schreiben

  • Loggen Sie sich oben mit ihren Benutzerdaten ein, um Kommentare zu verfassen.
  • Falls Sie noch kein Mitglied sind, können Sie sich in unserem Forum registrieren.

0 Kommentare