Daseinsberechtigung für Celeron

IntelBisher hatte es der Celeron auf Basis der veralteten NetBurst-Architektur schwer, sich auf dem Markt durchzusetzen. Zu sehr saßen ihm die Widersacher aus dem Hause AMD, namentlich der Sempron und günstige Athlon 64-Modelle, im Nacken. Nun soll mit der Celeron 400-Serie auf Basis der Merom-Technologie, die auch in aktuellen Core 2 Duo-Prozessoren ihr Werk verrichtet, der Name wieder rein gewaschen werden.

Im Gegensatz zu den großen Core 2 Duo-Vorbildern verfügt der Celeron 400 nicht über die Stromspartechnologie EIST und die Virtualisierungstechnologie Vanderpool (VT). Aktuelle Benchmarkergebnisse der kommenden Celeron-Modelle 430 (1.8 GHz, 512 KiB L2-Cache, 800 MHz FSB) und 440 (2.0 GHz, 512 KB, 800 MHz) auf Basis des Conroe-L Kerns vermitteln ein gutes Bild vom kommenden Low-Cost-Prozessor: Im Video-Enkodieren schlägt er die Konkurrenz bestehend aus Athlon 64 3500+ und Sempron 3800+ knapp und auch im Paint-Shop-Benchmark zieht er mit 10 Sekunden kürzerer Bearbeitungszeit kalifornischen Prozessoren davon. Flüssiges Spielen ist ebenfalls noch möglich: Im Horror-Shooter F.E.A.R. liegt er etwa gleich auf mit dem Single-Core-Kollegen Athlon 64 3500+. Der 440 ist hierbei mit 88 zu 78 FPS etwas schneller als der Celeron 430 in einer Auflösung von 1.024x768. Die Leistungsaufnahme, wie im Testsystem bestehend aus einem G965-Mainboard und X3000-Grafik gemessen wurde, wurde im Gegensatz zu früheren Cedar Mill-Celerons von etwa 96 Watt bei voller Belastung auf 77 Watt verringert. Im Vergleich zum Athlon 64 3500+, der eine TDP von 45 Watt besitzt, zieht der Celeron 400 mit 35 Watt klar als Sieger hervor. Die Übertaktungsmöglichkeiten des Conroe-L sind dagegen "nur" passabel im Vergleich zum doppelkernigen Conroe. So konnten die Kollegen von HKEPC einen Celeron 440 mit standardmäßigem Takt von 2.0 GHz auf 3.0 GHz übertakten. Die Leistung des Einzelkern-Prozessors liegt mit dieser Taktrate dann über der eines Athlon 64 4000+.

Alles in allem machen die Celeron 400-Modelle einen bislang guten Eindruck. Zum aktuellen Wechselkurs erscheinen am 3. Juni der Celeron 430 für 35 Euro und der Celeron 440 für 43 Euro. Damit kann sich AMD warm anziehen, da ihr ebenfalls in 65 nm gefertigter Athlon 64 3500+ zur gleichen Leistung zurzeit für knapp 60 Euro über die Ladentheke wandert. Die Daseinsberechtigung hat der rundum erneuerte Celeron damit auf jedenfall inne, da Pentium 4/D sowie der Celeron D bald von der Bildfläche verschwinden werden. Übrigens plant Intel weitere, höher getaktete Versionen des Celeron 400 für das 4. Quartal dieses Jahres.


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