AMD im Tal der Tränen

AMDDass das kalifornische Unternehmen die Preisschlacht mit Intel nicht ohne Wehwechen überstehen würde, war vielen bereits im Vorfeld klar - doch wie anders gegen die bärenstarke Konkurrenz mithalten? Die, die sagten, dass mit Einführung der Core-Microarchitektur eine schwere Zeit auf AMD zukäme, sollten also recht behalten. Die heute vorliegenden Geschäftszahlen aus dem dritten Quartal zeigen krass, wie sehr AMD die Preisschlacht mit Intel verloren hat. So schrieb das einst blühende Unternehmen rote Zahlen! Satte 574 Millionen US-Dollar Verlust stehen gegenüber 96 Millionen US-Dollar Gewinn im Vorjahr.

Die dunkelroten Zahlen sorgen aber nicht nur intern für trübe Stimmung, die schlechte Laune hat sich auch auf AMDs Aktionäre übertragen. Die Aktie fiel um 5 Prozent seit Bekanntgebung des unerwartet hohen Verlusts. Auch wenn man im AMD-Lager die Zahlen lieber nicht ganz so rot gesehen hätte, muss man doch berücksichtigen, dass AMD im letzten Jahr einen der Big-Player kurzerhand aufgekauft hat. Gemeint ist hierbei natürlich die Übernahme von ATi, die das Unternehmen in Zukunft prächtig darstellen lassen sollte. Die Übernahme kostet für AMD pfundige 5.4 Millarden US-Dollar. Ein Teil wird zwar über Aktien getilgt, dennoch sind ungeheure Belastungen von 550 Millionen Euro entstanden, die das Ergebnis relativieren, wenn man sie zu dem 574 Millionen US-Dollar Verlust hinzu adiert.

Momentan ist AMD einfach nicht zu beneiden. Gestern war für den Hersteller ein weiterer Pechtag, der die Stimmung gleich null gesetzt haben sollte, insbesondere dann, wenn man die heute veröffentlichten Zahlen noch hinzunimmt. So sprang der jahrelange Server-Hersteller Sun auf die Konkurrenz Intel um, die - so hart es für AMD klingen mag - derzeit auf einer Welle der Euphorie schwimmt. Seit Jahren ist es ein ständiges Auf und Ab zwischen AMD und Intel, mag der geneigte Leser angesichts dieser Situation bemerken. Allerdings war die Lastenverteilung in den letzten Jahren nie dergleich unausgeglichen. Meistens waren die Hersteller Zahn um Zahn. Jetzt spielt Intel in einer eigenen Liga und darf das Drehbuch nach Belieben vorgeben. Mit dem K8L muss für AMD die Trendwende kommen, andernfalls werden weitere Mitarbeiter zu Intel wechseln und die Übernahme dürfte im übrigen als "gescheitert" erklärt werden.


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