Qimonda beantragt Insolvenz

RamSeit heute früh steht es fest: Es wird vorerst keine Zukunft für Qimonda mehr geben. Der Speicherhersteller hat ein Insolvenzverfahren beantragt. Noch kurz vor dem Fest der Liebe, also vor ziemlich genau einem Monat, sah es so aus, als könnte Qimonda gerettet werden. Der Freistaat Sachsen und Infineon sicherten dem angeschlagenen Konzern Millionen-Kredite zu.

Trotz der Tatsache, dass die Millionen-Kredite offenbar nicht mehr Schlimmeres verhindern konnten beziehungsweise sollen sie nicht zeitig eingetroffen sein, sieht man die Beantragung eines Insolvenzverfahrens beim zuständigen Amtsgericht in München nicht als das Ende aller Tage für Qimonda. Man gibt an, das Unternehmen über den Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé sanieren zu wollen.
In der Pressemitteilung wird Kin Wah Loh, Vorstandsvorsitzender Qimondas, mit den Worten zitiert:

"Das deutsche Insolvenzrecht bietet die Chance, unseren bereits begonnenen Restrukturierungsprozess zu beschleunigen und das Unternehmen wieder auf eine solide Basis zu stellen."

In der Pressemitteilung heißt es weiter, dass es zwar zunächst nach einer Rettung ausgesehen hätte, die massiven Preisnachlässe im DRAM-Markt sowie die allgemein trübe wirtschaftliche Lage letztenendes aber noch einmal eine Kehrtwende gebracht hätten.
Noch immer fehlen dem Unternehmen rund 300 Millionen Euro, um weiterhin wirtschaften zu können und die derzeit 13.000 Beschäftigten in Dresden, München und Porto halten zu können.

Obwohl mit Qimonda ein Schwergewicht das so genannte Silicon Saxony verlässt - auch AMD hat beileibe schon einmal bessere Zeiten durchlebt -, setzt die Politik weiter in den Standort Sachsen.
Man will künftig mehr Investoren in die Unternehmen locken und diese auch besser unterstützen, damit sich so eine Pleite nicht noch einmal wiederholt.


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