HD 4800-Serie runtertakten und Strom sparen

AMDEine der Neuerungen, die der HD 4800-Serie mit auf den Weg gegeben wurde, ist PowerPlay 2.0. Damit soll der Grafikchip beim Nichtstun nun noch effektiver Einheiten abschalten und den Stromverbrauch so drastisch senken. Doch der extra verbaute Chip zur Steuerung des Lastzustandes scheint noch nicht richtig zu funktionieren bzw. hinkt die Software der Hardware hinterher. So kommt es dann für AMD zu der peinlichen Situation, dass die alten Karten (HD 3000-Serie) im Idle deutlich weniger Energie benötigen als die Neuen. Bis AMD einen entsprechenden Catalyst nachgereicht hat, wird es noch mindestens einen Monat dauern.

Doch wie kann man schon heute den Stromverbrauch seiner HD 4800-Karte senken? Dieser Frage gingen die Kollegen von "ComputerBase" nach und sammelten dabei interessante Erkenntnisse.
Grundsätzlich besteht natürlich die Möglichkeit, Taktraten und Spannungen zu verändern. Während Taktraten schnell geändert sind, muss zur Veränderung der Spannung meistens ein neues Bios aufgespielt werden, was immer große Risiken birgt. Dafür ist das Verändern der Spannung aber auch weit effektiver als das Underclocking. Dennoch wollte es "ComputerBase" wissen und maß einmal nach:

Die HD 4850 benötigte auf ihrem Testsystem im Idle 161 Watt. Bei diesem Verbrauchswert betrug die Taktfrequenz 500/750 MHz statt aus dem 3D-Modus bekannten 625/1000 MHz. Senkte man nun Chip- und Speichertakt auf 100 und 500 MHz - weniger war ohne Abstürze nicht möglich -, so sank die Verlustleistung auf 158 Watt und damit nur magere 3 Watt. Es sollte sich das bekannte Bild bestätigen: Underclocking beeinflusst ohne Veränderung der Spannung die Leistungsaufnahme nur marginal.
Als Zweites nahm man sich die HD 4870 vor. Diese verbrauchte im Ruhezustand 190 Watt. Die Taktfrequenzen wurden an dieser Stelle automatisch von 750/1800 MHz auf 550/1800 MHz gedrosselt. Taktete man Chip und Speicher auf 100/400 MHz, so fiel der Verbrauch auf 151 Watt und lag damit sogar unter HD 4850-Niveau!

Was war passiert? Der Chiptakt beeinflusste erneut den Stromverbrauch nicht, dafür aber der verwendete GDDR5-Speicher, und zwar doppelt und dreifach! Wird dieser von standardmäßigen 1800 auf 1600 MHz gesetzt, so fällt bereits der Verbrauch von 199 auf 194 Watt. Bei gerade noch lauffähigen 400 MHz sind es 158 (750 MHz Chiptakt) bzw. besagte 151 Watt (100 MHz Chiptakt).

Damit lässt sich festhalten, dass GDDR5-Speicher im Idle ein wahrer Stromfresser ist und man dringend, wenn man im Besitz einer HD 4870 ist, diesen Takt im Idle runterfahren sollte. Dies ist mit allen gängigen Grafiktools möglich und bringt bares Geld. Immerhin fällt so der Stromverbrauch des gesamten Systems beim Nichtstun um 25 Prozent!
Besitzer einer kleineren HD 4850 können dagegen getrost alles beim Alten belassen und abwarten, bis ATI einen PowerPlay 2.0-fähigen Catalyst bereitstellt. Die Senkung von Chip- und Speichertakt reduziert zwar auch den Verbrauch, jedoch nur in sehr geringem Maße, ohne dass es großen Nutzen verspricht.


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2 Kommentare

2.) KonKorT 24.07.2008 - 03:17 Uhr
Einfach nur ein Tippfehler, hatte es ja schon einmal richtig geschrieben.

Ist verbessert.
1.) KodeX 24.07.2008 - 03:14 Uhr
"Undervolting beeinflusst ohne Veränderung der Spannung die Leistungsaufnahme nur marginal."

Undervolting? Nennt man das Verringern der Spannung nicht so?