AMD Desktop-Roadmap aufgetaucht

AMDDer Phenom ist nun rund drei Monate auf dem Markt. Die Verkaufszahlen sind laut AMD gut und trotzdem ruft der Phenom beim ein oder anderem immer noch Bauchschmerzen hervor, denn die Flut an Negativmeldungen, die während der ersten Tage/Wochen nach dem Launch das Web überschwemmten, waren gewaltig und die Vorwürfe teilweise nicht immer gerechtfertigt. Um den Phenom ins rechte Licht zu rücken bzw. schlagende Argumente für ihn zu finden, müssen schnelle Prozessoren her, die Intel die Stirn zeigen können.

Da offensichtlich die Pro/Taktleistung - zumindest vorerst - nicht weiter ausgeschöpft werden kann, muss man sich dem probaten Mittel der Taktschraube bedienen. Aufgrund mehrerer Gründe scheint diese jedoch festgedreht und lässt sich nicht so leicht lösen. Mit Seife im Gepäck und einer nötigen Portion Optimismus wird AMD allerdings versuchen, sie im Laufe der nächsten Monate aufzudrehen und neue, schnelle Prozessoren der Welt präsentieren.

Den Kollegen von "ComputerBase" ist dabei eine Prozessorroadmap in die Hände gefallen, die die wenige Tage zuvor bereitgestellte der asiatischen Kollegen von "PCOnline" ergänzt und auch die letzten Fragen klärt. Das Alter der Roadmap, die von AMD selbst erstellt wurde, beziffert sich auf rund einem Monat und gilt daher als recht aktuell. Sie bestätigt vergangene Gerüchte, weiß aber auch mit einigen "Überraschungen" aufzuwarten.

AMD Desktop-Roadmap 2008

Laut der Roadmap stehen uns zunächst, und das in weniger als zwei Monaten, erste Triple-Core-Prozessoren ins Haus. Wie in der Vergangenheit berichtet, wird es sich um die Modelle Phenom 8600 und 8400 handeln. Sie basieren auf dem aktuellen Core des Phenom 9xxx, verfügen allerdings über nur drei- statt vier Kerne. Die sonstigen Eigenschaften sowie der Cache-Ausbau bleiben identisch. Neben dem 2 MiB fassenden L3-Cache steht jedem Kern ein 512 KiB großer L2-Cache zur Seite. Ebenfalls noch im Laufe dieses Quartals geplant ist das Modell Phenom 9100e, welches aufgrund eines niedrigeren Kerntaktes im Vergleich zu den bereits am Markt erhältlichen Phenom 9500- und 9600-CPUs eine TDP von lediglich 65 Watt aufweisen wird.

Das zweite Quartal wird ganz im Zuge des neuen, fehlerbereinigten B3-Steppings stehen. So werden quasi alle am Markt erhältlichen K10-CPUs "ausgetauscht". Aus Phenom 8400 wird Phenom 8450 (2,1 GHz), aus Phenom 8600 wird Phenom 8650 (2,3 GHz), aus Phenom 9100e wird Phenom 9150e (1,8 GHz), aus Phenom 9500 wird Phenom 9550 (2,2 GHz) und aus Phenom 9600 wird Phenom 9650 (2,3 GHz). Ergänzt werden soll das Portfolio von den taktstärkeren Modellen Phenom 8750 (2,4 GHz) sowie Phenom 9750 (2,4 GHz) und 9850 (2,5 GHz). Im selben Atemzug sollen auch Athlon 64 X2 4600+ (2,4 GHz) und 5800+ (3,0 GHz) vorgestellt werden, dafür weichen sollen die Prozessoren Athlon 64 X2 6400+, 6000+ und 4200+. Selbes Spiel beim Athlon 64 und Sempron: Erstgenannter wird um das Modell Athlon 64 LE-1660 (2,8 GHz) erweitert und letztgenannter um das Modell Sempron LE-1150 gekürzt. Abschließend steht noch die Umbenennung der Prozessoren Athlon X2 BE-2300, 2350 und 2400 in Athlon 4050e (2,1 GHz), 4450e (2,3 GHz) sowie 4850e (2,5 GHz) auf dem Programm.

Das dritte Quartal wird mit der Vorstellung eines Phenom FX-Prozessors, der schon wesentlich früher geplant war, fulminant beginnen. In der Roadmap ist der Prozessor als Phenom FX-8x gekennzeichnet. Die Taktfrequenz ist noch nicht heraus, könnte aber bei 2,8 GHz liegen, da AMD in jenem Quartal auch den Phenom 9950 (2,6 GHz) vorstellen wird. Sogar ein 2,7 GHz taktender Phenom soll im dritten Quartal in den Desktop-Sektor wandern, allerdings wird dieser mangels passendem Namen noch als Phenom >9xxx geführt. Bei den Triple-Core-Prozessoren ist es ähnlich: Hier wird ein so genannter Phenom 8xxx erwartet. Ansonsten werden im Laufe des Quartals noch die Prozessoren Athlon 64 X2 4400+, 4600+ sowie Athlon 64 LE-1620 und Sempron LE-1200 aussortiert und Phenoms Dual-Core-Lösung, "Kuma", erstmals vorgestellt. Starten soll die neue Serie mit den taktschwachen Modellen Athlon 6050 (1,7 GHz) und 6250 (1,9 GHz).

Noch etwas im Dunklen tappt man im vierten Quartal. An dieser Stelle ist erneut von einem weiteren Phenom >9xxx die Rede, welcher unter Umständen mit 2,8 GHz takten könnte. Neu aufgelegt werden müsste dann eine FX-Variante, der man an dieser Stelle bestenfalls 3,0 GHz zusprechen kann. Ansonsten stehen aber keine großen Änderungen mehr auf dem Programm: Der Athlon 4050e wird nach kurzem Bestehen wieder in Rente geschickt, genauso wie das Modell Athlon LE-1640.

Festhalten lässt sich abschließend, dass AMD mit viel Glück Ende dieses Jahres die Performance erreichen wird, die Intel bereits heute bietet. Man erweitert das Produktportfolio zwar sinnvoll, nähert sich aber nur im Schritttempo seinem Konkurrenten, der bis dahin bereits weitaus schnellere Lösungen als heute anbieten wird. Sollte der Preis allerdings stimmen, so wird sich AMD mit dem Verkauf seiner Prozessoren, die - in Anbetracht der Leistung - nicht mehr als 300 Euro kosten sollten, über Wasser halten können.


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