AMD CEO Hector Ruiz bleibt trotz Krise im Amt

AMDSeit Wochen, ja Monaten gehen Gerüchte einher, dass sich Hector Ruiz, AMD CEO, nicht mehr lange im Amt hält. Auslöser sind die fast im wöchentlichen Turnus erscheinenden Hiobsbotschaften sowie fein gestreute Indizen. Kein anderer als Hector Ruiz selbst meldete sich nun zu Wort und äußerte sich in einem Fernsehinterview des britischen TV-Senders CNBC Europe über die brikäre Lage. Überraschend ließ er alle bis dato gehegten Gerüchte von sich perlen und stellte klar, dass er zumindest nicht 2008 das Feld räumen würde. Gleichzeitig verriet er aber schon seinen Nachfolger.

So sagte Ruiz weiter, dass er sich wünsche, dass Dirk Meyer, zwischenzeitlich schon als neuer AMD CEO gehandelt, nach seinem Abgang die Geschicke bei AMD übernehme. Sein eigener Vertrag ist auf April 2008 datiert und wird womöglich - zumindest, wenn es nach ihm geht - um ein paar Monate, möglicherweise sogar Jahre verlängert. Es scheint, dass AMD, oder besser gesagt Hector Ruiz, die Hoffnung trägt, künftig würde sich etwas bessern - Analysten sehen dies zurecht nicht so.

Denn mit dem RV670 und K10 hat AMD bereits so gut wie alle Kanonen abgefeuert und deren Wirkung war nicht sonderlich groß. Insbesondere die K10-Architektur hinterlässt doch bislang einen mäßigen bis schlechten Eindruck. Bedenkt man, dass Intel mit der nächsten Generation quasi schon vor der Tür steht - in weniger als 9 Monaten erwartet man sie -, so könnten die Lichter bei AMD schnell ganz erlischen. Im Grafikkartensektor steht es um AMD auch nicht viel besser. Längst kann man nicht mehr als 300 Euro für seine Top-Karten einverlangen, während nVidia seine High-End-Chips für 500 Euro und mehr verkauft. Zu allem Überfluss tauchen auch die ersten Lebenszeichen einer GeForce 9 auf.

Die Börse zeigt erst das ganze Ausmaß der AMD-Krise und wie verfahren die Situation wirklich ist. So ist der Marktwert des Unternehmens, gemessen an den Aktien, unter dem Kaufwert von ATi, nämlich bei 5 Millarden US-Dollar. Der Vergleich zu Intel, die einen Marktwert von 162 Millarden US-Dollar besitzen und damit rund 32-mal so viel, ist erschreckend. Selbst der Vergleich zu nVidia, einer "reinrassigen" Grafikchipschmiede, fällt für AMD katastrophal aus. nVidias Marktanteil beträgt 19 Millarden US-Dollar und ist damit rund 4-mal so hoch, da können auch kleine Erfolgsmeldungen wie die Anstellung eines neuen RISC-Spezialsten nicht drüber hinwegtäuschen.


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