Test: Gainward 9800 GX218. März 2008

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Einleitung

Böse erwischt: Nvidias Vormachtstellung im High-End-Sektor war über die letzten Monate hinweg gesichert. Noch heuer ist der im November 2006 debütierende G80 schneller als AMDs High-End-Lösung RV670. Doch plötzlich ist AMD Inhaber des schnellsten Grafikchips, nämlich der HD 3870 X2. Was ist falsch gelaufen? Nvidias Antwort auf AMDs einmonatige Grafikkartenthron-Eroberung folgt mit dem heutigen Tag: Grüß Gott und hereinspaziert: GeForce 9800 GX2.

Gainward 9800 GX2

Um den Kanadiern weiter Schritt zu halten, die raffinierterweise zwei High-End-Chips auf einem PCB koppelten, mussten auch die Nvidia-Ingenieure kurzerhand umdisponieren und ebenfalls die Entwicklungen auf einen Dual-Chip fokussieren. Dies, so vermuten wir, hat die GeForce-Väter böse erwischt, die wohl mit einem ruhigen Winter und Frühling gerechnet hatten und plötzlich einem wahren Tauziehen um die Performancekrone gegenüberstanden, welches sich die beiden Kontrahenten im High-End-Sektor zuletzt bis November 2006 lieferten - mit dem besseren Ausgang für AMD.

Nachdem Nvidia jedoch den G80 vorstellte und damit die GeForce 8-Serie einläutete, war die Konkurrenz verblasst. Die stromhungrige HD 2900 XT konnte dem Chip performancemäßig ebenso wenig entgegentreten wie die neu aufgelegte HD 3870. Währenddessen hat Nvidia erfolgreich den Shrink von 90- auf 65nm vollzogen und so seine Chips mit noch mehr Takt befeuern können. AMDs einzige Möglichkeit, ohne die eigenen Kassen weiter zu leeren und sich schnell wieder an den Grafikkartenthron zu setzen, war die Entwicklung einer Dual-Lösung.

Gainward 9800 GX2

Rückblickend kann man davon ausgehen, dass bereits die Entwicklung des RV670, welcher bei HD 3850 und HD 3870 eingesetzt wird, mit Blick auf eine Dual-Lösung ausgerichtet war. Für einen High-End-Chip - eigentlich ist es ein Performance-Chip, aber er ist nurmal der schnellste in den eigenen Reihen - ist er sehr kostengünstig zu produzieren. Die Chipfläche beträgt schätzungsweise 192 mm²; Nvidias G92, der vermutlich auch nie als Dual-Lösung von den Ingenieuren geplant worden war, ist mit einer geschätzten Chipfläche von 334 mm² fast 75 Prozent größer und dementsprechend - ausgehend von derselben Yield-Rate - 75 Prozent teurer in der Herstellung.

Dadurch, dass Nvidias Chip weitaus größere Ausmaße besitzt, war es vermutlich auch weitaus schwieriger, den Chip auf ein PCB unterzubringen, weswegen die hier heute vorgestellte 9800 GX2 auch zwei PCBs besitzt, aber - wie HD 3870 X2 - nur einen PCI-Express-Slot belegt. Die GeForce 9800 GX2 - so viel stand vor Ablauf des Tests fest - kann lediglich über die reine Performance punkten, aus ökonomischer Sicht muss man sich der HD 3870 X2 beugen, was auch der Verkaufspreis bestätigt, der mit aktuell 500 Euro rund 200 Euro über dem Preisniveau der HD 3870 X2 liegt. Doch wie viel Mehrperformance steckt in Nvidias doppeltem Lottchen? Die nachfolgenden Seiten werden Antworten liefern.

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