Intel sieht sich gegen K10 gewappnet

IntelSpätestens seit der Bekanntgebung erster inoffizieller Benchmarks, laut denen der K8L Core den starken Prozessoren der Intel Core-Microarchitektur Serie um 40 Prozent den Schneid abkaufen soll, sind auch die Intel-Jünger hellhörig geworden und schauen beim Thema K10 lieber zweimal hin. Der K10 soll der Heilsbringer für AMD aus der Not werden und zugleich die komplette Intel-Crew in Schockstarre versetzen, doch davon möchte Intel verständlich überhaupt nichts wissen. Sie glauben fest daran, auch in den kommenden 12-18 Monaten noch die Spitzenposition inne zu tragen. Paul Otellini, seines Zeichens CEO von Intel, schenkt den wagen 40 Prozent Leistungsvorsprung des Barcelona-Cores gegenüber den aktuellen Xeon-Prozessoren kein Glauben. Ihm fehlen stichhaltige Beweise, die diese Leistung des K10 schwarz auf weiß demonstrieren; er konstatierte, dass es noch keine offiziellen Benchmarks des K10 gegeben hätte. Ähnlich sah es aber damals bei Intel aus, als AMD den von Intel in den Raum geworfenen 20 Prozent Leistungsvorsprung ebenfalls nicht Glauben schenkte.

Auf die Frage hin, ob man denn gerüstet wäre, wenn AMD tatsächlich so ein Kraftpaket vorstellte, zögerte Herr Otellini kurz, verwies dann aber auf den technologisch weiten Vorsprung. Er sieht einen entschiedenen Vorteil darin, dass bereits die 45nm Technologie, die den größten technischen Sprung in der Fertigungstechnologie der letzten 40 Jahren darstellt, auf Hochtouren läuft und zum Start des K10 bereit steht. Auch wir glauben, dass AMD über kurz oder lang keine probaten Mittel gegen Intel findet, denn anvisierte Taktraten von bis zu 4 GHz bei den sehr effizienten Core 2 Prozessoren dürften AMD das Genick brechen bzw. dem K10 kaum eine Chance lassen. Der K10, welcher in 65nm gefertigt wird, soll mit Taktraten von maximal 2.9 GHz an den Start gehen. Wenn man vor diesem Hintergrund bedenkt, dass immer noch die meisten glauben, AMD könne von der Pro/MHz-Leistung bestenfalls auf Intel aufschließen, sind die 4 GHz der Core 2 Prozessoren ein unerreichtes Ziel.

Hinzu kommt, dass Intel mit seinen aufgebohrten in 45nm gefertigten Core 2 Prozessoren ebenfalls Pro/MHz-Leistung gut macht. Dank größerem Cache, schnellerem FSB, der Implementierung von SSE4 und weiteren Raffinessen darf man eine gesteigerte Pro/MHz-Leistung von ungefähr 5-7 Prozent erwarten. Doch all dies soll noch längst nicht heißen, der K10 hätte keine Chance gegen die Intel-Mannschaft. Auch wenn man wahrscheinlich im High-End Sektor den Kürzeren ziehen wird, so kann man im Mainstream- und Low-Cost Sektor mit gut ausgefeilten Produkten Intel womöglich schlagen. AMD plant nämlich - anders als Intel - vom Start weg auch günstige Quad-Core Lösungen anzubieten; intensives Marketing und innovative Features könnten den K10 trotz schlechterer Leistung durchaus zum Erfolg verhelfen.


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