R9 290X: Schlechter als in den Tests? (Update)

AMDVor ungefähr vier Wochen erschien die Radeon-R-200-Serie vom US-amerikanischen Prozessorhersteller AMD. Vorerst erblickten allerdings nur die Radeon R9 280X, die Radeon R9 270X, die Radeon R7 260X, die Radeon R7 250 und die Radeon R7 240 das Licht der Öffentlichkeit. Erst Ende Oktober brachte das Unternehmen die Radeon R9 290X, die eine hervorragende Performance aufweist. Am gestrigen Dienstag veröffentlichte AMD schließlich die zweite Hawaii-Grafikkarte. Die Radeon R9 290 arbeitet kaum langsamer als ihre große Schwester und ist darüber hinaus verhältnismäßig günstig.

Ein Bericht von tomshardware.de deutet nun offenbar darauf hin, dass die Radeon R9 290X in der Regel langsamer als in den zahlreichen Tests abschneidet. Die Kollegen haben ein entsprechendes Modell im freien Handel erworben und mit dem Test-Sample von AMD verglichen. Die Performance der gekauften Karte im Quiet-Modus erreichte bei Weitem nicht die des gestellten Hawaii-Ablegers. Doch es kommt noch schlimmer, denn sogar das Test-Sample der kürzlich vorgestellten Radeon R9 290 lieferte im Schnitt höhere Bildraten.

AMD Radeon R9 290X

Bei dieser relativ schwachen Leistung handelt es sich anscheinend nicht um einen Einzelfall, denn zahlreiche Endkunden beschweren sich über das gleiche Problem. Überdies funktioniert der Uber-Modus bei den frei verkäuflichen Grafikkarten nicht ordnungsgemäß. Ein Grund für diesen Umstand ist vermutlich das ältere Grafik-BIOS der Retail-Karten. Während diese mit Version .006 ausgestattet sind, verfügen die Pressemodelle über Version .007. Das überholte BIOS erklärt zumindest den fehlerbehafteten Uber-Modus.

Des Weiteren scheinen gezielt die taktfreudigen Grafikchips auf die Test-Samples der Radeon R9 290X verbaut worden zu sein. Auf diese Weise schneiden jene Grafikkarten gerade im gedrosselten Quiet-Modus wesentlich besser ab, da geringere Temperaturen entstehen und folglich höhere Chiptaktfrequenzen ermöglicht werden. Aktuell raten wir jedem Interessenten vom Kauf einer Radeon R9 290X ab, außer dieser möchte einen Alternativkühler montieren. Erste Partnerkarten werden diesbezüglich wohl auch Abhilfe schaffen.

Update 7. November 2013:
Wie uns AMD inzwischen mitteilte, wird der Prozessorhersteller in den nächsten Stunden ein Treiber-Update bereitstellen, das die oben beschriebenen Probleme weitestgehend beheben soll. Die überarbeitete Software wird die Lüfterdrehzahl offenbar dahingehend anpassen, dass die Retail-Karten in etwa die gleiche Leistung wie die Test-Samples aufweisen.


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1 Kommentar

1.) WilliWuff 06.11.2013 - 20:13 Uhr
THW
"Bis auf die etwas höhere Leistungsaufnahme, die durch Schwankungen bei der Chip-Qualität bedingt ist, erzielt man bei gleichen Lüfterdrehzahlen auch in etwa gleiche Performance-Ergebnisse! Die tatsächlichen Unterschiede liegen in der Qualität der verbauten Lüfter begründet, deren Drehzahlabweichungen sich aber ganz einfach manuell ausgleichen bzw. anpassen lassen."