Intel stellt 17 neue Xeons auf Nehalem-Basis vor

IntelIntel hat gestern in München 17 neue Xeon-Prozessoren unter der Bezeichnung Xeon 5500 vorgestellt. Sie basieren bereits auf der Nehalem-Architektur und lösen damit die Xeon 5400-Reihe ab.
Bis auf drei handelt es sich bei allen anderen um Zwei-Wege-CPUs, die laut des Marktforschungsinstituts IDC 70 Prozent des gesamtem x86-Servermarktes ausmachen. Sie gruppieren sich in zwei neue Dual-Core-Prozessoren und fünfzehn neue Quad-Core-Prozessoren.

Gegenüber den Desktop-Ablegern besitzen die Prozessoren zwei nennenswerte Unterschiede: Zum einen gibt es zwei statt einen QPI-Link - dieser ermöglicht die Kommunikation der beiden CPUs untereinander sowie zum Chipsatz - und zum anderen wurde die Aggresivität des Turbomodus' stark erhöht. Selbst wenn alle vier Kerne belastet sind, kann sich die CPU um bis zu 266 MHz hochtakten. Wenn nur zwei Kerne belastet sind, ist im Gegensatz zum Desktop-Pendant eine Übertaktung um 400 statt 133 MHz möglich. Die TDP-Höchstgrenze kann im Bios festgelegt werden. An dieser orientiert sich auch der Turbomodus.

Intel Xeon 5500: Neuerungen gegenüber Core i7

Vergleicht man den Xeon 5500 mit dem Xeon 5400, so werden die Nehalem-typischen Eigenschaften, die wir im Bericht Intel Nehalem-Architektur festgehalten haben, sichtbar.
Am Wichtigsten ist an dieser Stelle wohl der Wegfall des FSBs, und damit einhergehend die Integration eines integrierten Speichercontroller sowie einer seriellen Hochgeschwindigkeitsschnittstelle (QPI), die hier je nach Modell entweder 4,80, 5,86 und 6,4 Gigatransfers pro Sekunde schnell ist. Interessant ist übrigens der erstmalige Einsatz von DDR-Speicher, genauer gesagt DDR3-Speicher, anstelle von FB-DIMMs.

Ebenfalls nennenswert ist in jedem Fall die Hyperthreading-Technologie, von der sich Intel eine bis zu 30 Prozent höhere Performance erhofft. Dass dies nicht bloßes Marketing ist, beweist unser Test Intel Core i7 920, 940, 960 und 965 XE, der unter 7z Hyperthreading sogar eine bis zu 54 Prozent höhere Performance attestierte. In Winrar und wPrime waren es 40 Prozent Performanceplus und im Cinebench R10 sowie Truecrypt immerhin deutlich über 20 Prozent.

.TaktL3-CacheQPISockelSpeicherTDPPreis
W35704x 3,20 GHz8 MiB6,4 GT/s1DDR3-1066130 W$999
W35404x 2,93 GHz8 MiB4,8 GT/s1DDR3-1066130 W$562
W35204x 2,66 GHz8 MiB4,8 GT/s1DDR3-1066130 W$284



.TaktL3-CacheQPISockelSpeicherTDPPreis
W55804x 3,20 GHz8 MiB6,40 GT/s2DDR3-1333130 W$1600
X55704x 2,93 GHz8 MiB6,40 GT/s2DDR3-133395 W$1386
X55604x 2,80 GHz8 MiB6,40 GT/s2DDR3-133395 W$1172
X55504x 2,66 GHz8 MiB6,40 GT/s2DDR3-133395 W$958
E55404x 2,53 GHz8 MiB5,86 GT/s2DDR3-106680 W$744
E55304x 2,40 GHz8 MiB5,86 GT/s2DDR3-106680 W$530
E55204x 2,26 GHz8 MiB5,86 GT/s2DDR3-106680 W$373
E55064x 2,13 GHz4 MiB4,80 GT/s2DDR3-80080 W$266
E55044x 2,00 GHz4 MiB4,80 GT/s2DDR3-80080 W$224
E55022x 1,86 GHz4 MiB4,80 GT/s2DDR3-80080 W$188
L55204x 2,26 GHz8 MiB5,86 GT/s2DDR3-106660 W$530
L55184x 2,13 GHz8 MiB5,86 GT/s2DDR3-106660 W$530
L55064x 2,13 GHz4 MiB4,80 GT/s2DDR3-80060 W$422
L55082x 2,00 GHz8 MiB5,86 GT/s2DDR3-106638 W$423


Intel stellt mit Xeon W3570, W3540 und W3520 drei Ein-Wege-Prozessoren vor, die sogar auf X58-Platinen laufen sollen. Sie sind quasi synonym zu den drei Core i7-Prozessoren. L3-Cache-Größe (8 MiB), Kerntakt (2,66-3,20 GHz), QPI (4,8-6,4 GT/s), TDP (130 W) und Verkaufspreis ($284-$999) stimmen vollkommen überein.
Bei den Zwei-Wege-Prozessoren wird differenziert zwischen 130 Watt-Klasse ("W"), unter welcher lediglich das 3,2 GHz schnelle Topmodell Xeon W5580 fällt, 95 Watt-Klasse ("X"), in der sich drei Prozessoren zwischen 2,66 und 2,93 GHz einfinden, 80 Watt-Klasse ("E"), die sich noch einmal in drei Prozessoren mit 2,26 bis 2,53 GHz sowie drei Prozessoren mit 1,86 bis 2,13 GHz bei DDR3-800- statt DDR3-1066-Unterstützung und gelegentlich kleinerem L3-Cache unterteilt, wobei es sich sogar bei einem Modell um einen Zweikerner handelt, und schließlich der 60- und 38 Watt-TDP-Klasse ("L"), die drei Vier- und einen Zweikerner mit bis zu 2,26 GHz beinhaltet.

Gemäß erster Tests können die neuen Xeons auf ganzer Linie überzeugen. Selbstverständlich nicht nur in den Intel-eigenen Tests, die eine doppelte Performance versprechen, sondern auch in ersten, Unabhängigen (bspw. Tecchannel), die die CPU sogar schon außer Konkurrenz sehen.
Die richtige Antwort auf AMDs Shanghai scheint damit erfolgt. Nach Intel-Angaben handelt es sich um einen Hard-Launch. Apple, Cisco, Dell und Lenovo sollen angeblich die Ersten sein.


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2 Kommentare

2.) KonKorT 01.04.2009 - 21:17 Uhr
Weil man hier mit den Core 2 Duo-Prozessoren noch bestens aufgestellt ist.
1.) Bulldozer 01.04.2009 - 21:03 Uhr
Wie man sehen kann plant Intel auch Dual Core Xeons, wieso kommen keine Dual Cores für den 1366 für den normalen Markt...