AMD-Supercomputer für Cloud Computing

AMDAuf der zurzeit tagenden Messe für Unterhaltung, der Consumer Electronics Show (CES), hat AMD erstmals seine Vorstellungen von Cloud Computing umrissen bzw. legt sogar schon sehr konkrete und praxisnahe Pläne vor.

Bevor wir auf diese zu sprechen kommen, zunächst zu Cloud Computing, einem neu entstandenen Begriff, dem nach Meinungen vieler Analysten die Zukunft gehört.
Kurz gefasst versteckt sich dahinter das Prinzip, Anwendungen und Daten nicht mehr lokal auf dem Rechner auszuführen, sondern auf mehreren, vernetzten Systemen - vorzugsweise rechenstarken Supercomputern -, die alle zusammen im übertragenen Sinne einer Wolke entsprechen (engl.: Cloud).

Die Vision, die dahinter steckt, ist, dass - um es überspitzt auszudrücken - demnächst auf einem Handy ein 3D-Shooter ala Crysis gespielt werden kann. Das ist zwar gegenwärtig noch absolute Utopie, dennoch gibt es erste Ansätze. Sowohl Intel als auch AMD haben sich hier in letzter Zeit stark engagiert.

AMD legt jetzt ein konkretes Konzept vor: Im Rahmen der CES führte man vor versammelter Fachpresse ein Monster-System vor, welches AMD-CEO Dirk Meyer nicht zu unrecht als den schnellsten Grafik-Supercomputer aller Zeiten titulierte. Gemäß der bekanntgegebenen Rechenleistung, nämlich über einem Petaflop, würde er sich in der Liste der schnellsten Rechner der Welt zurzeit auf Rang drei einfinden. Lediglich IBM und Cray besitzen noch etwas leistungsstärkere Super-Rechner, die allerdings ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken dienen, während AMDs Supercomputer, übrigens angeblich ausgestattet mit über 1000 RV770-Grafikchips und mehreren Phenom-II-Prozessoren, der Unterhaltung dienen soll.

In erster Linie will AMD mit dem Supercomputer schwachbrüstigen Systemen - gemeint sein könnten UMPC-Geräte und Netbooks - ermöglichen, HD-Inhalte darzustellen. Damit dies funktioniert, muss nicht nur kräftig Rechenleistung da sein, sondern auch eine entsprechende Software, die die Daten zwischen lokalem Rechner und AMD-Supercomputer abwickelt. Hier hat sich AMD nun mit dem Softwareunternehmen OTOY zusammengeschlossen. Versinnbildlicht wird dabei AMDs Supercomputer die Rechenarbeit übernehmen und die Ergebnisse in einer so genannten Compute Cloud ablegen. Dort werden sie dann noch komprimiert und über die OTOY-Software (Streaming) weitergeleitet an die heimischen Endgeräte.

Zurzeit ist AMDs Supercomputer noch nicht nutzbar, doch man hat auf der CES eine Fertigstellung im Laufe dieses Jahres versprochen. Wie viel sich das Projekt AMD hat bisher kosten lassen, ließ man selbstverständlich nicht durchblicken.


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3 Kommentare

3.) (th) 09.01.2009 - 22:48 Uhr
Ich mag die Idee - klingt gut! Das sollten die fuer Multiplayer nutzen - du uploadest nur Koordinaten und Befehle und der Rest wird projeziert^^
2.) ConVuzius 09.01.2009 - 22:36 Uhr
Fantastisch. Im Prinzip eine Weiterentwicklung von Distributed Computing, eben genanntes quasi in Echtzeit. Wie geil ist das denn bitte? Respekt und Lob an AMD, in dieser Hinsicht schon so weit zu sein.

Im bin gespannt was die Zukunft in der Sache bringt.
1.) Sennahos 09.01.2009 - 19:38 Uhr
Klingt echt interessant, wobei das sicher noch in seehr weiter ferne ist, allein die Realisierung des Streamings auf solch genannte Medien wird ein heftiger brocken.
Auch wenn der SuperPc noch so super ist... eine Angemessene Anbindung an diesen muss auch erstmal ermöglicht werden.