Intel Havendale oder AMD Fusion?

IntelWie heißt die künftige Lösung im CPU-Sektor für den Massenmarkt? Richtig, Prozessor und Grafikkarte in einem. Aufgerufen zu diesem neuen Weg hat insbesondere AMD, die bereits seit Monaten, wenn es um die Zukunft ihrer Prozessoren geht, immer wieder stolz das Wort "Fusion" in den Mund nehmen. Kürzlich verriet man auch die Codenamen: "Black Swift" (Dual-Core) und "White Swift" (Single-Core) sollen die Edelmänner heißen. Weiter verriet man, dass eine RV7xx-Einheit als Grafikkarte zum Einsatz käme und folglich Features wie DirectX 10 gesichert wären. Nun rückt aber auch Intel Tag für Tag mit neuen Infos raus und verspricht ebenfalls ein starkes Stück Hardware.

Intels GPU-in-CPU-Lösung soll bereits mit der für Ende dieses Jahres geplanten Nehalem-Architektur anrollen, wobei entsprechende Prozessoren, die eine Grafikeinheit besitzen werden, erst innerhalb des zweiten Quartals 2009 erwartet werden, womit man aber noch immer schneller wäre als AMD, die seines Zeichens den "Fusion" im Laufe des zweiten Halbjahres 2009 vorstellen wollen. Welche der beiden Lösungen die bessere sein wird, maßt sich noch keiner an, zu sagen. Erste Hinweise sprechen jedoch dafür, dass Intel die stärkere CPU stellt und AMD die stärkere GPU.

Der Prozessor des AMD Fusion wird vermutlich ein aufgewerteter K10-Core sein, während es sich bei Havendale um eine Dual-Core-CPU der neuen Nehalem-Architektur handeln wird, welche ersten Berichten zufolge, der aktuellen AMD-Architektur ungewöhnlich deutlich überlegen sein wird. Havendale wird zusammen mit Auburndale im 45nm-Verfahren produziert werden. Auburndale ist ebenso eine Dual-Core-CPU mit integrierter Grafiklösung, allerdings ist dessen Marktgebiet der Notebook-Sektor. Beide werden mittels der Ibexpeak-M-Plattform inklusive deren Northbridge-Chip die mit Nehalem neu eingeführte Quickpath-Technik unterstützen, wenngleich der Speichercontroller nicht nativ in der CPU stecken wird. Unterstützt werden soll DDR3-Speicher mit einer Geschwindigkeit von bis zu 666 MHz (DDR3-1333, PC3-10666).

Während AMD eine zu allen Standards kompatible Grafiklösung bereitstellen wird, welche, wie eingangs erwähnt, auf dem RV7xx basieren soll, wird Intel mit einer integrierten Grafikeinheit des G45 antreten, welche Features wie DirectX 9 oder 10 vollständig vermissen lässt. Insbesondere der fehlende DirectX 9-Support schmerzt, setzt doch bereits heute fast jedes neu erscheinende Spiel auf die unter Windows XP eingeführte API. Wie sich die beiden Grafikchips performancetechnisch gegenüberstellen, bleibt noch abzuwarten, allerdings vermuten wir auch an dieser Stelle einen deutlichen Vorteil auf Seiten AMDs.

Interessanterweise sind sogar erste Infos zum Stromverbrauch entsprechender Intel-Lösungen an die Öffentlichkeit gelangt. Demnach soll die Desktop-CPU Havendale eine TDP von 75 Watt besitzen und die Mobile-CPU Auburndale zwischen 45- und 55 Watt verbrauchen. Zahlen zu AMDs Fusion-Prozessoren liegen unterdessen noch nicht vor.

Gegenwärtig ist es noch etwas früh, über die in mehr als einem Jahr kommenden Prozessoren zu sprechen, jedoch kann man bereits vorab grob skizzieren, welcher der beiden Hersteller wo Vorteile haben wird. So dürfte mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit vorausgesagt werden können, dass AMDs Grafiklösung deutlich attraktiver sein wird; auch die Annahme, dass Intels Prozessor leistungsstärker sein wird, dürfte als wahrscheinlich gelten. Konkrete, und vor allen Dingen offizielle, Infos werden folgen, sobald Intel die Nehalem-Architektur vorgestellt haben wird, was nach aktuellem Fahrplan noch Ende dieses Jahres der Fall sein dürfte.


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1 Kommentar

1.) bingomatik 14.03.2008 - 19:46 Uhr
Hier tut sich viel, aber für mich heisst es ert einmal abwarten und Teetrinken.