Warum AMD Topmodelle weiter in 90nm fertigt

AMDObwohl der AMD Fertigungswechsel, weg von 90nm hin zu 65nm, schon einige Monate her ist, sind es bis heute die Topmodelle mit jeweils 1 MiB L2-Cache pro Kern, die AMD weiter im 90nm Verfahren fertigen lässt. Die Hoffnung, dass AMD durch den Einsatz der 65nm Technologie, die Taktschraube anhebt, hat sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Der schnellste, momentan erhältliche AMD im 65nm Prozess ist der Athlon 64 X2 5200+ mit einem Takt von lediglich 2.7 GHz. An der Spitze steht hingegen ein in 90nm gefertigter Athlon 64 X2 6400+ mit satten 3.2 GHz.

Auf der Games Convention befragte HardTecs 4U AMD, warum die Topmodelle, trotz guten Yield-Raten beim 65nm Verfahren, weiterhin auf die "alte" 90nm Technik setzen. Die Antwort von AMD klingt simpel: aus Kostengründen. Zwar ist es richtig, dass ein kleinerer Fertigungsprozess weniger Kosten verursacht, allerdings sei im Falle AMDs die Umstellung wohl kostenintensiver als der letztendliche Nutzen.

Lange würde AMD nämlich, sofern man 65nm CPUs mit jeweils 1 MiB L2-Cache pro Kern veröffentlichte, diese "neuen" Prozessoren nicht mehr am Markt halten. Phenom steht vor der Tür und verdient die volle Aufmerksamkeit. Mit Phenom wird AMD schon in absehbarer Zukunft seine komplette Desktop High-End Sparte abdecken, da scheint es wirklich nicht sinnvoll, noch in alte Prozessoren zu investieren bzw. diese aufzuwerten. Die besagte Umstellung des Fertigungswechsels würde AMD schätzungsweise 20 Millionen Euro kosten - der Nutzen aufgrund der baldigen Phenom-Vorstellung zu gering.


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