Test: GTX 260 vs. HD 48704. September 2008

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Einleitung

Für besonders viel Leistung muss besonders viel bezahlt werden. Besonders deutlich wird dies beim Blick auf die Preise der High-End-Grafikkarten. Als guter Tipp hat sich daher schon seit jeher bewährt, auf die jeweils zweitschnellsten Produkte des Lieblingsherstellers zu setzen. Diese sind oftmals deutlich günstiger, bieten aber eine fast ebenso gute Performance. Im momentanen Grafikkartenroulette sind dies die Exemplare Geforce GTX 260 (Nvidia) und Radeon HD 4870 (AMD). Doch wer ist die Empfehlung im 200 Euro-Segment?

Gainward HD 4870 GS und Gainward GTX 260

Die Geforce GTX 260 basiert auf dem modernen GT200-Grafikchip, der auch beim Nvidia-Flaggschiff Geforce GTX 280 zum Einsatz kommt. Um die Ausbeute des GT200 zu erhöhen bzw. teildefekte Chips besser verwerten zu können, hat Nvidia ein kleineres Modell, namentlich GTX 260, mit etwas weniger Ausführungseinheiten und geringfügig niedrigeren Taktraten an Chip, Shader und Speicher vorgestellt. Dies ist inzwischen Tradition im Hause Nvidia. Der Geforce FX 5800 Ultra wurde die FX 5800 ohne Zusatz untergestellt, der 6800 Ultra die 6800 GT, der 7800 GTX die 7800 GT, der 8800 GTX die 8800 GTS usw.
Nvidia versucht so den Bogen zwischen alter und neuer Generation zu spannen. Trotz weniger Ausführungseinheiten und Taktspielchen genügte die Performance nämlich in allen eben genannten Fällen, um die High-End-Chips der Vorgängergeneration immer noch "alt" aussehen zu lassen.

AMD, vorgeladen mit der HD 4870, fährt seit jüngster Zeit eine gänzlich andere Strategie. Nach dem Flop des R600 aka HD 2900 XT legte man die Theorie der besonders großen und schnellen Chips, wie sie Nvidia weiterhin praktiziert, ab. Stattdessen entwickelte man im Vorhinein einen Performance-Chip, der jedoch ob seiner Ausmaße und Komplexität leicht gedoppelt werden kann. Eingeführt hat man diese neue Taktik nach eben besagtem R600 mit dem RV670. Obwohl dessen Ausmaße gerade einmal halb so groß waren wie die des R600 - anstatt der 80 wurde die 55 nm-Fertigung verwendet -, tastete man die Anzahl der Ausführungseinheiten nicht an und brachte folglich einen ungefähr gleichschnellen Chip, der sich jedoch rentabel doppeln ließ und damit zu ungeheurer Leistung kam.

Gainward HD 4870 GS und Gainward GTX 260

Beim RV770 wiederholte man diese neue, erfolgreiche Strategie. Auf die HD 4870 folgte nur wenige Wochen später die HD 4870 X2, mit der man seither erfolgreich die Performancekrone hält. Dass die hier und heute vorgeladene HD 4870 ganz nebenbei performancetechnisch mit dem kastrierten Nvidia-Chip GTX 260 mithalten kann, ist für die Kanadier ein unbewusstes Losglück und für Nvidia eine bittere Realität, die man durch die jüngste Ankündigung, der GTX 260 einen weiteren Shadercluster zu schenken, versucht, zu verwischen.

Beide Chips sind inzwischen gleich teuer. Auch eine nahezu identische Performance wird ihnen nachgesagt. Auf welche Karte soll der Käufer da vertrauen? Dieser Test wird sich daher nicht nur mit der erbrachten Leistung beider Karten auseinander setzen, sondern auch mit vermeintlichen Nebensächlichkeiten wie Lieferumfang, Lautstärke, Overclocking und Verlustleistung. Vorgeladen ist für diesen Test die Gainward GTX 260 im Referenzdesign sowie die Gainward HD 4870 Golden Sample, die mit von Haus aus höheren Taktraten aufläuft und damit möglicherweise das Pendel leicht zugunsten AMDs ausschlägt.
Wir wollen die Gelegenheit nutzen, um uns erneut sehr herzlich bei Gainward zu bedanken, die uns seit jeher zuverlässig mit ihren aktuellen Grafikkartenprodukten, die neuerdings auch AMD-Chips miteinschließen, versorgen.

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