Test: Gainward GTX 780 Phantom GLH29. Juli 2013

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Einleitung

Fast ein Jahr lang musste sich der kleine GK104-Grafikprozessor, der auf der Geforce GTX 680, auf der Geforce GTX 670, auf der Geforce GTX 660 Ti und mittlerweile auch auf der Geforce GTX 770 sowie auf der Geforce GTX 760 zum Einsatz kommt, mit der Konkurrenz herumschlagen. Dies gelang den Nvidia-Grafikkarten relativ gut - vor allem die Geforce GTX 680 wusste zu beeindrucken. Obwohl die Grafikkarte der Radeon HD 7970 theoretisch unterlegen war, konnte die 3,54 Milliarden Transistoren schwere Nvidia-GPU den 4,31 Milliarden Transistoren schweren R1000-Grafikprozessor von AMD vorerst knapp schlagen. Durch die innovative GPU-Boost-Technologie konnte die Geforce GTX 680 ihren Mangel an Ausführungseinheiten über einen dynamischen Mehrtakt ausgleichen.

Doch AMD nutzte das größere Potenzial des R1000-Grafikprozessors und brachte etwas später die Radeon HD 7970 GHz-Edition, bei der es sich nicht nur um eine handelsübliche Radeon HD 7970 mit angehobenen Taktfrequenzen, sondern um eine Grafikkarte mit einer optimierten GPU sowie mit einer primitiven Variante der GPU-Boost-Technologie handelt. Gegen die Radeon HD 7970 GHz-Edition konnte die Geforce GTX 680 keinen Sieg mehr erringen, doch dafür zahlte AMD einen hohen Preis. Das Single-GPU-Flaggschiff erkaufte sich die Performance-Krone über eine enorm hohe Leistungsaufnahme und über eine enorm hohe Lautstärke.

Gainward Geforce GTX 780 Phantom GLH

Im Rahmen der Konferenz "GPU Technology Conference" (GTC) gab Nvidia im Mai 2012 erstmals konkrete Informationen über den GK110-Grafikprozessor preis. Diese Monster-GPU sollte aus 7,1 Milliarden Transistoren bestehen und vorerst nur auf professionellen Grafikkarten eingesetzt werden. Früher oder später sollte dieser Grafikprozessor allerdings auch Einzug in die Welt der Computerspiele finden. Wie wir heute wissen, ist dies auch im diesjährigen Februar geschehen.
Auf der Geforce GTX Titan kommt eine arg gedrosselte GK110-GPU zum Einsatz, die nicht über die volle Anzahl an Ausführungseinheiten verfügt und mit relativ geringen Taktfrequenzen daherkommt. An dieser Stelle hat Nvidia gespart, damit die Leistungsaufnahme der Grafikkarte in einem gesunden Rahmen bleibt. Einen direkten Gegenspieler hat die sündhaft teure Geforce GTX Titan nämlich nicht - zumindest nicht vom Konkurrenzunternehmen AMD.

Ende Mai veröffentlichte Nvidia die zweite GK110-basierte Grafikkarte, die gleichzeitig den Startschuss für die Geforce-GTX-700-Serie gab. Die Geforce GTX 780 verfügt zwar über eine geringere Anzahl an Ausführungseinheiten als die Geforce GTX Titan, doch leistungstechnisch liegen die beiden Grafikkarten relativ dicht beieinander. Die wesentlich günstigere Geforce GTX 780 fährt jedoch auch mit angezogener Handbremse, weswegen zahlreiche Hersteller genau hier ansetzen und möglichst schnelle Varianten dieser Grafikkarte herausbringen.

Die Gainward Geforce GTX 780 Phantom GLH ist zumindest in der Theorie schneller als die Geforce GTX Titan. Auf den folgenden Seiten wollen wir untersuchen, wie schnell die Grafikkarte tatsächlich ist. Leider steht uns keine Geforce GTX Titan zur Verfügung, doch die Vergleiche mit Nvidias Referenzmodell und mit der Radeon HD 7970 GHz-Edition sollten ebenfalls für eine gewisse Spannung sorgen.
Wir hoffen, dass wir Ihnen in unserem überlegten Testparcours einen möglichst aktuellen und praxisnahen Überblick über die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Grafikkarten auf dem Markt verschaffen können. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und freuen uns über Ihre Kommentare!

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