Bearlake-X Chipsatz 15 Prozent schneller

IntelEs sind die Kollegen von XbitLabs, die mit neuen, interessanten Infos zum kommenden Intel High-End Chipsatz Bearlake-X aufwarten können. Dabei liegen ihnen Informationen vor, die besagen, dass der Intel-Chipsatz ganze 15 Prozent schneller zu Werke geht als noch der X975er. Sind 15 Prozent im Grafiksektor mit Einführung einer neuen Generation oft nur ein Wimpernschlag, darf man bei 15-prozentigen Vorsprung im Chipsatzsektor mehr als applaudieren. Oftmals wird mit Einführung einer neuen Chipsatzgeneration ein Vorsprung von 2-5 Prozent eingefahren, so dass die Informationen einerseits Mut machen, andererseits an ihrer Glaubwürdigkeit Zweifel hegen lassen.

Unter den Neuerungen des Bearlake-X Chipsatzes wird vorrangig die Einführung der neuen PCI-Express Schnittstelle, PCI-Express 2.0, fallen. Diese ermöglicht eine doppelt so schnelle Verbindung zwischen Port und Grafikchip, wobei man fairerweise vorweg nehmen sollte, dass diese theoretische Verdopplung im Alltagsbetrieb oft nur marginale Schwankungen hervorruft. Die PCI-Express 2.0 Schnittstelle wurde primär für höhere Verlustleistung von Grafikkarten verabschiedet und gilt weniger als "Peformancewunder". Um auf den Bearlake-X Chipsatz zurückzukommen, auf ihm sollen zwei vollwertige PCI-Express x16-Slots ruhen, wenn sich nicht gar noch mutige Hersteller finden, die einen weiteren Port auf die Platine pflanzen.

Ein weiteres Novum beim Chipsatz stellt die Speicherkompatiblität dar, welche nicht nur mehr Unterstützung für DDR2 Speicher bis zu einer Geschwindigkeit von effektiven 800 MHz gewährt, sondern ebenfalls DDR3 mit Taktraten von bis zu 1333 MHz. Abgespeckte Varianten des Bearlake-Chipsatzes werden womöglich DDR3 Speicher nur bis maximal 1066 MHz aufnehmen können, allerdings sieht man für alle Ausführungen des Bearlake-Chipatzes eine FSB-Geschwindigkeit von 1333 MHz vor. Die dritte große Neuerung in der Bearlake-Familie wird die zum Einsatz kommende Southbridge ICH9 sein, welche eine konsequente Weiterentwicklung darstellt und beispielsweise über einen Netzwerkcontroller mit stolzen 10 GigaBit je Kanal verfügt. Zudem soll eine integrierte Hardware-Firewall in der ICH9 verankert werden. Um die Anschlussvielfalt nicht unnötig aufzublähen und Balast abzuwerfen, werden die Anschlussmöglichkeiten PS/2- und LPT-Port kurzerhand gestrichen.

Auch wenn die ICH9 noch nicht einmal erschienen ist und man große Stücke auf die neue Southbridge setzt, hat Intel dennoch schon die Entwicklung abgeschlossen und arbeitet nun an der ICH10, welche voraussichtlich irgendwann im kommenden Jahr das Licht der Welt erblickt. Zuvor, im dritten Quartal, steht dann aber noch der Launch der besagten Bearlake-Familie auf Basis der ICH9 an. Ob es Intel damit wieder gelingen wird, die erstarke Konkurrenz - insbesondere nVidia (nForce) - einzufangen, bleibt abzuwarten. Jedoch bieten die nForce-Chipsätze nach langen Jahren eine wirkliche Alternative zu den hauseigenen Intel-Chipsätzen, was den größten Halbleiterhersteller zu denken geben sollte.


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