GeForce 8800 GTX - Übertaktungsmuffel

NvidiaAls nVidia letzten Mittwoch den Umhang des Schweigens beim G80 ablegte, versuchten selbstverständlich etliche Hardwareseiten mittels Übertaktung der Karte noch mehr Beine zu machen. Das Ergebnis war vielerorts ernüchternd und man verschrie die 8800 GTX als Overclockingmuffel. Ganz unrecht hatte man nicht, denn der Chiptakt ließ von den standardmäßigen 575 MHz oft nur eine Erhöhung auf knapp über 600 MHz zu. Selbst mit einer preisgekrönten Wasserkühlung schafften die Kollegen von "TechReport" verhältnismäßig moderate 660 MHz. Es scheint also, als würde mit der Erhöhung des Chiptaktes simultan der Shadertakt ansteigen. Da sich dieser sowieso schon auf einem relativ hohen Niveau bewegt (1350 MHz), ist davon auszugehen, dass er momentan beim Übertakten zum limitierenden Faktor avanciert. Zumal nVidia wohl schon zugegeben haben soll, dass mit künftigen Treiberversionen der Shader- und Chiptakt separat angesteuert werden kann. Womöglich resultieren die schlechten Overclockingergebnisse also nur aus einer noch nicht angepassenden Software. Allzu große Sprünge sollte man mit neuen Treiberrevisionen aber auch nicht erwarten; man sollte immer noch im Hinterkopf haben, dass der G80 im 90nm Prozess gefertigt wird.

Dass die Overclockingergebnisse bei der 8800 GTS weitaus besser ausfallen, dürfte nicht allzu sehr überraschen. Schließlich wird auch die 8800 GTS mit dem Ziel entwickelt eine 8800 GTX raus zu formen. Insofern erreichen quasi alle 8800 GTS Karten den Chiptakt einer 8800 GTX. Da dieser 75 MHz höher ist als der norminelle Takt der 8800 GTS (500 MHz), kann man die 8800 GTS durchaus als übertaktungsfreudig bezeichnen. Oftmals erreicht sie sogar die 600 MHz Grenze und kommt der echten 8800 GTX in Benchmarks bedrohlich nah. Der 1.1ns schnelle Speicher vom Typus GDDR3 verabschiedet sich im Schnitt bei der 1000er Grenze (2000 MHz). Vereinzelt gibt es auch Module, die gar die 1100er Hürde (2200 MHz) packen; diese gehören aber eher der Seltenheit an.

Festzuhalten bleibt somit, dass man in absehbarer Zeit keine neue High-End Karte aus Kalifornien erwarten darf. Nachdem nVidia-Gründer Jen-Hsun Huang kürzlich die Aussage traf, nVidia würde auf G80 Basis künftig insgesamt neun Grafikkarten vorstellen, waren verstreut Gerüchte entfacht, die davon ausgingen, nVidia würde alsbald einen weiteren High-End Chip vorstellen, um den R600 weiter auf Distanz zu halten. Angesichts der "schwachen" Overclockingleistung ist aber von der Theorie nicht allzu viel zu halten, zumal mit einer weiteren High-End Karte der Stromverbrauch erneut anstiege. Unser Tipp ist, dass nVidia in der frühsommerlichen Zeit - möglicherweise im Juni auf der Computex - eine 8900er Serie nach schiebt, die dann auch schon im 65nm Prozess gefertigt wird und entsprechendes Taktpotential mitbrächte. Zuvor dürfte nVidia damit beschäftigt sein, erste Mainstream- und Low-Cost Ableger der neuen Grafikkartengeneration vorzustellen. Möglich sind hier G86 (Mainstream) sowie G84 (Low-Cost). Sollten beide Chips schon zu Beginn des kommenden Jahres vorgestellt werden, so ist damit zu rechnen, dass sie im 80nm Prozess bei TSMC gefertigt werden. Man wird abwarten müssen, wie sich die Geschichte GeForce 8 weiterentwickelt.


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