Intel-Nehalem: Neue Technik, neuer Sockel

IntelWir schrieben das Jahr 2004, als Intel - damals noch im Gewand der NetBurst-Architektur - den Sockel 775 vorstellte. Mittlerweile sind zwei Jahre vergangen und ein neuer Sockel war - zumindest bis gestern - nicht in Sicht. Der Sockel 775 steht uns immer noch treu zur Seite und wird gelegentlich durch einen neuen Chipsatz auf dem aktuellsten Stand der Dinge gehalten. Traut man aktuellen Gerüchten, wird 2008 mit der neuen Nehalem-Architektur ein neuer Sockel Einzug halten, genauer gesagt zwei; Sockel B und Sockel H. Aber der Reihe nach. Erst einmal steht für nächsten Monat der Launch des langerwarteten Core 2 Extreme QX6700 an, ehe dann Anfang nächsten Jahres der Core 2 Duo Q6600 nachrückt, um auch Leuten mit etwas weniger Geld in der Tasche die neue Quad-Core Technologie offen zu legen.

Darauf folgt im dritten Quartal desselbigen Jahres der Penryn, der einen netten Refresh des aktuellen Core 2 Duo darstellen wird. Penryn wird mehr als ein "einfacher" Die-Shrink auf die 45nm-Technologie, denn mit 50 neuen SIMD-Befehlen, die unter dem SSE4 Brandig vermarktet werden, sowie einem gemeinsamen Cache, der es wohl auf stolze 8 MiB bringen wird, und einer Erhöhung des FSB auf 1333 MHz hat der Neuling klare Vorteile für sich zu verbuchen. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass unter seiner Regie erst malig DDR3 eingeführt wird. Dass Penryn mit zahlreichen Neuerungen aufwarten kann, ist gewiss kein Zufall; Intel weiß genau, dass er sich dem K8L alias Altair stellen muss, der ebenfalls im dritten Quartal 2007 debütiert.

Anfang 2008 soll dann jener Nehalem kommen, der auf einer völlig neuen Architektur basieren wird und die Core-Microarchitektur ablösen wird. Bislang waren die Informationen über die neue Architektur noch sehr rar, allerdings scheinen nun häppchenweise neue Details an die Presse verabreicht zu werden. So ist mittlerweile bekannt, dass Nehalem in den Entwicklerstudios in Oregon entwickelt wird und somit von den gleichen Entwicklern, die damals den Pentium 4 entworfen haben. Ob dies ein schlechtes Vorzeichen ist, sei einmal dahingestellt; sicherlich wurde den Amerikanern aber der Entwicklungsstand der aktuellen Core-Microarchitektur übergeben, die in Haifa (Israel) ihre Geburtsstunde fand, so dass man kein "Kraftpaket" wie den damaligen Pentium 4 befürchten muss. Interessant ist, dass Nehalem eigentlich ein altbekannter ist. So tauchte er schon einmal in damaligen Intel-Roadmaps auf, allerdings mit einer völlig anderen Funktion. Er sollte der Chip werden, der bei der NetBurst-Architektur die 10 GHz Schwelle knackt; natürlich ist er nie erschienen.

Zurück zum aktuellen Nehalem, der angeblich unter der Haube eine faustdicke Überraschung tragen soll, nämlich einen integrierten Speichercontroller. Bislang lehnte Intel immer mit Biegen und Brechen die wesentlich modernere und effizientere Methode ab und hielt am Quad-Pumped gepowerten FSB fest, der seinen Ursprung abermals in der NetBurst-Architektur fand. Die neue Speicheranbindung möchte Intel unter der Bezeichnung Common Serial Interface (CSI) vermarkten und die AMD HyperTransport-Technologie herausfordern. Vermutlich wird der zum Einsatz kommende Speichercontroller gleich vom Typ DDR3 sein - alles andere wäre unsinnig - und somit wieder der Konkurrenz einen Schritt voraus. Welche weiteren Raffinessen hinter dem Nehalem stecken, ist bislang noch unbekannt und ein gut gehütetes Geheimnis.


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