Treiber verfälschen viele Benchmark-Resultate

GrafikkartenIn den letzten Wochen wurden zahlreiche Grafikkarten veröffentlicht. Dazu zählen unter anderem die Hawaii-Grafikkarten Radeon R9 290X und Radeon R9 290 sowie die Geforce GTX 780 Ti, die über einen voll ausgebauten GK110-Grafikchip verfügt. Doch es kam nicht nur im High-End-Bereich zu Neuvorstellungen, denn AMD brachte gleich eine komplette Serie. Dementsprechend finden sich in den Weiten des Internets unzählige neue Testberichte, die zum Teil sehr unterschiedlich ausfallen. Wie kann es zum Beispiel sein, dass die Radeon R9 270 oftmals schneller, aber auch langsamer als die Radeon HD 7870 ist, obwohl beide Modelle auf der gleichen Architektur basieren?

Die Kollegen von 3dcenter.org haben sich darüber Gedanken gemacht und beschreiben eine nicht zu unterschätzende Problematik. Bei einem Großteil der Testberichte werden nur die neuen Grafikkarten gebenchmarkt, während die Ergebnisse der älteren Modelle aus vergangenen Tests schlicht und ergreifend übernommen werden. Dies spart enorm viel Zeit und funktioniert auch in der Regel einwandfrei. Die Voraussetzung für einen makellosen Ablauf ist allerdings der Einsatz einheitlicher Grafiktreiber. Bei Neuvorstellungen ist dies aber nicht möglich, denn alte Treiber unterstützen nun einmal keine neuen Produkte.

Nvidia Geforce GTX 780

So bescheinigen beispielsweise die Tests von guru3d.com und techpowerup.com der Radeon R9 270 eine 5,0 beziehungsweise 6,5 Prozent bessere Performance als der Radeon HD 7870. Dies kann allerdings nicht sein, da beide Modelle über die gleiche Anzahl an Ausführungseinheiten verfügen, die Radeon HD 7870 aber eine höhere Chiptaktfrequenz besitzt. Wie andere, korrekt ausgeführte Testberichte belegen, rendert die ältere Pitcairn-Karte im Schnitt etwas schneller als die Radeon R9 270. Das Testen mit unterschiedlichen Treibern führt also zu mehr oder weniger gravierenden Performance-Unterschieden.

Allerdings wollen wir die entsprechenden Tester in Schutz nehmen, die zum Teil ihre Freizeit für zahlreiche Benchmarks opfern. Selbst der Test einer einzigen Grafikkarte ist eine Menge Arbeit - ein komplett neuer Durchlauf aller Teilnehmer ist einfach nicht bei jedem neuen Produkt zu bewerkstelligen. Darüber hinaus genießen vor allem kleinere Websites keine hohe Priorität bei den Herstellern, sodass es für viele Tester unmöglich ist, alle Kontrahenten gleichzeitig zu ordern.


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4 Kommentare

4.) N1truX 05.12.2013 - 09:29 Uhr
Und ATI hat damals ebenfalls selbiges getan bis Futuremark irgendwann nur noch von sich verifizierte Treiber zugelassen hat um, nennen wir es mal vorsichtig, Überoptimierungen wie vorgerenderte Szenen zu verhindern.
3.) Mr.Smith 04.12.2013 - 08:12 Uhr
Nvidia hatte doch extra beim Treiber so auf 3DMark Optimiert,das Nvidia immer besser aus sah als AMD.Das weiss ich noch^^
2.) Luk Luk 04.12.2013 - 07:30 Uhr
Die Treiber "wollen" da gar nichts. Ich gehe mehr davon aus, dass fortwährende Treiberoptimierungen beständig die Performance in vielen Benchmark-relevanten Spielen erhöhen, wodurch nach einiger Zeit ein Unterschied zwischen Karten entsteht, auch wenn sie beide auf dem Blatt eine ähnliche/gleiche Leistung haben.
1.) Mr.Smith 04.12.2013 - 07:14 Uhr
Ist doch nichts neues.Normal das die neuen Treiber die neuen Karten besser aussehen lassen wollen in den Benchmarks.