AMD gewinnt Marktanteile - Nvidia verliert

GrafikkartenFür den US-amerikanischen Prozessorhersteller AMD läuft es in der letzten Zeit nicht mehr allzu gut. Das finanziell angeschlagene Unternehmen leidet arg unter dem schwächelnden Markt für Desktop-Computer, weswegen AMD im zurückliegenden Quartal einen Verlust von 74 Millionen US-Dollar hinnehmen musste. Der Misserfolg des Konzerns ist größtenteils auf die rückläufige Prozessorsparte zurückzuführen, denn die Grafikkarten verkaufen sich nach wie vor gut - vor allem dank des beliebten Never-Settle-Reloaded-Spielebundles, das demnächst nochmals erweitert wird. Überdies kurbeln fallende Verkaufspreise der aktuellen Radeon-HD-7000-Grafikkarten deren Absatzzahlen gehörig an.

Mit der zukünftigen Volcanic-Islands-Serie möchte AMD den Performance-Rückstand auf Nvidia, der seit der Einführung der Geforce GTX Titan unbestreitbar vorhanden ist, wieder wettmachen. Ende September wird der Prozessorhersteller eine Präsentation auf Hawaii abhalten, auf der wohl zahlreiche Details zu den kommenden Grafikkarten, die allerdings erst im Oktober den Markt erreichen sollen, preisgegeben werden. Die Volcanic-Islands-Serie wird wahrscheinlich noch in einer Strukturbreite von 28 Nanometern gefertigt, obwohl eine 20-Nanometer-Fertigung zumindest theoretisch im Bereich des Möglichen liegt.

.Q2 2013Q1 2013DifferenzQ2 2012
Intel62,0 %61,1 %1,5 %62,0 %
AMD21,9 %20,6 %6,3 %22,7 %
Nvidia16,1 %18,3 %-12,0 %14,8 %

Die Analysten von Jon Peddie Research (JPR) haben inzwischen neue Zahlen veröffentlicht, die erneut belegen, dass AMDs Problem nicht unbedingt in der Grafikkarten-, sondern in der Prozessor-Sparte liegt. Das Unternehmen aus Sunnyvale hat seinen Marktanteil von 20,6 Prozent im zurückliegenden Quartal auf 21,9 Prozent in diesem Quartal erhöht. Dies entspricht einer Steigerung von knapp sechseinhalb Prozent. Der Konkurrent Nvidia verlor hingegen zwölf Prozent und fiel von einem Marktanteil von 18,3 Prozent auf nur noch 16,1 Prozent. Nichtsdestotrotz stellt Intel mit 62,0 Prozent nach wie vor mit Abstand die meisten Grafiklösungen. Im zurückliegenden Jahresviertel besaß der Branchenriese noch einen Marktanteil von 61,1 Prozent.

Der gestiegene Marktanteil von AMD ist größtenteils auf das beliebte Never-Settle-Reloaded-Spielebundle zurückzuführen. Dessen Nachfolger steht sogar bereits in den Startlöchern, denn das Never-Settle-Forever-Spielebundle, das mit dem neuen Gutschein-System daherkommen wird, soll in den nächsten Tagen anlaufen. Doch durch die zahlreichen Spielegutscheine, die natürlich von AMD bezahlt werden müssen, macht der Prozessorhersteller wesentlich weniger Gewinn pro Grafikkarte.

Wie die Zahlen von letztem Jahr belegen, gibt es für Nvidia aktuell jedoch keinen Grund zur Sorge. Damals kam Intel auf einen Marktanteil von 62,0 Prozent, während AMD mit 22,7 Prozent und Nvidia nur mit 14,8 Prozent vertreten waren. Wir gehen zwar davon aus, dass AMD mit der Vorstellung der kommenden Volcanic-Islands-Grafikkarten und dem Never-Settle-Forever-Spielebundle mittelfristig weitere Marktanteile gewinnen wird, doch langfristig wird sich Nvidia diese wohl mit neuen Grafikkarten und eigenen Spielebundles zurückerobern.


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5 Kommentare

5.) rizawi 15.08.2013 - 22:38 Uhr
thx, hätt ich die Quelle mal im Artikel angeklickt^^...
4.) KodeX 15.08.2013 - 19:02 Uhr
Das hier ist die Original-Quelle:

http://jonpeddie.com/publications/market_watch/
3.) rizawi 15.08.2013 - 16:28 Uhr
ah ok, war unter anderem was mich interessiert hat.

2. war, es gibt eine Prozentverteilung, aber dazu muss es ja auch eine Zahl geben von der man die Prozent ausrechnet.
Meinetwegen von 100Mio Grafikchips hat Intel 61% verkauft und so weiter, wenn die Zahlen nicht öffentlich sind ist das nicht so wichtig, hätte mich nur interessiert.
2.) KodeX 15.08.2013 - 15:59 Uhr
Wie meinst du das "% wovon"?

Intel: Steigerung von 61,1 % (Q2) auf 62,0 % (Q3) sind 1,5 %
AMD: Steigerung von 20,6 % (Q2) auf 21,9 % (Q3) sind 6,9 %
Nvidia: Verlust von 18,3 % (Q2) auf 16,1 % (Q3) sind -12,0 %

Dazu zählen alle Grafiklösungen in Desktop- und Notebook-Computern. Die Spielekonsolen sind keinesfalls mit einberechnet.
1.) rizawi 15.08.2013 - 15:36 Uhr
Die Frage ist % wovon? Sind in diesen Zahlen die Next gen Konsolen schon enthalten? Ist der Markt gewachsen, kleiner geworden, gleich geblieben?
Und alles in allem ist das Seltsame dabei, das AMD trotz Marktgewinn Probleme mit ihren Finanzen haben.
Rein theoretisch könnte das jetzt ewig so weiter gehen, AMD und NV geben sich im Leistungssegment die Klinke in die Hand und Intel gewinnt trotzdem weil deren GPUs für Desktopbetrieb und mittelmässige Anforderungen ausreichen^^. Interessanter als all das wäre mal eine offene präzise Rechnung, das fänden nur sicher die Hersteller nicht so lustig :P .