Wie viel Potential steckt in der HD 6900-Serie?

AMDKeine Woche ist es her, dass AMD die HD 6900-Reihe offiziell vorstellte. Wie immer erschienen zum Launch zahlreiche Artikel, die primär die Performance der neuen Grafikbeschleuniger untersuchten. Dabei wurde festgehalten, dass die "neue Generation" ein Leistungsplus von etwa 15 Prozent erreicht. Zieht man die 10 Prozent Leistungsplus ab, die sich eh durch eine höhere, theoretische Leistung ergeben, bleibt unterm Strich ein Effizienzvorteil von nur 5 Prozent.

Die Frage, die sich stellt, ist also, wo all' die Optimierungen, die in den Chip investiert wurden, geblieben sind. Bekanntermaßen hat AMD nämlich stark an der Effizienz gefeilt, weil weiterhin mit dem 40 Nanometer-Verfahren Vorlieb genommen werden musste:
Hierunter darf man das 4D- statt 5D-Shaderdesign zählen, welches die theoretische Rechenleistung um bis zu 25 Prozent besser nutzbar machen sollte, die doppelte Menge an Raster-Engines, die die Tessellation-Performance merklich erhöhen soll, sowie die doppelte Menge an Z-Einheit, Vertex- und Geometrie-Assembler. Nicht zuletzt sind die bis zu doppelt so schnellen ROPs zu nennen.

Klare Antworten auf diese Frage gibt es bislang nicht. Man hatte zunächst vermutet, dass der Chip bandbreitenlimitiert wäre, was aber inzwischen Xbit-Labs ganz gut widerlegt hat, indem man die HD 6950 mit 90,6 Prozent der Rechen- und Texturierleistung sowie 106,9 Prozent der Speicherbandbreite einer HD 6970 gegen diese hat antreten lassen. Ergebnis: Die bandbreitenstarke HD 6950 ist zu keiner Zeit einer HD 6970 überlegen.

Dass durch neue Treiber noch einiges an Potential herausgeholt werden kann, beweist der Nach-Test von PCGH mit dem brandaktuellen Catalyst-Beta-Treiber. Unter Tessellation-lastigen Applikationen konnte man bis zu 75 Prozent Performancesteigerung erzielen und mit einem für Anfang 2011 angekündigten Treiber soll es weitere Verbesserungen geben! Offenbar konnte die zwei Raster-Engine mit dem Launch-Treiber nur bedingt ausgelastet werden, weswegen die Tessellation-Performance stellenweise auf HD 5800-Niveau stehen blieb.

Mit neuen Treibern scheint also noch etwas an Potential aus den HD 6900-Karten herauszuholen sein; ganze Bäume wird man aber auch nicht mehr rausreißen können. Hier führt man dann auch gerne die Theorie an, dass die Cayman-Architektur ursprünglich für deutlich mehr Hardware-Einheiten ausgelegt war, weil sie seinerzeit noch unter der Annahme, später in 32 Nanometer produziert zu werden, entwickelt wurde.

So oder so wird wohl das Rätsel nie ganz aufgeschlüsselt werden können, aber man kann ein paar Tage nach dem Launch zumindest erste, mögliche Gründe benennen.


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2 Kommentare

2.) Exey 20.12.2010 - 10:23 Uhr
Ich denke auch, dass noch was in den neuen Karten drin steckt. Hoffentlich werden sie mit den 28 nm Karten doch etwas schneller fertig als es zur Zeit aussieht.
Wenn Diablo 3 im Q4 2011 kommt ist der Athlon 64 3200+ endgültig auf.
1.) eXEC 19.12.2010 - 23:37 Uhr
Mir gefallen die neuen Karten überhaupt nicht... Ich hoffe die verwenden das wieder als Erfahrung, damit in 28nm die Architektur bereits bekannt ist und Treiber schon optimiert werden können...