Toshiba überrascht mit UMPC und Smartbook

UnternehmenToshiba hat am heutigen Tag neue Notebooks vorgestellt, von denen einige Geräte durchaus Innovationspotential bieten. Darunter ist sowohl ein Gerät mit zwei 7 Zoll-Touchscreens, das verblüffend an Microsofts Courier-Konzept erinnert, sowie ein Gerät mit Nvidias Tegra 2, also ein so genanntes Smartbook.

Toshiba Libretto W100 - Dual-7-Zoll Touchscreen UMPC

Toshiba Libretto W100 - Normalmodus

Eine der wohl interessantesten Studien der letzten Zeit im Bereich UMPCs dürfte Microsofts Courier gewesen sein, das allerdings vor kurzem von Microsoft eingestellt wurde. Dabei sollte das Gerät aus zwei Touchscreens bestehen, die sich dank einem ausgetüftelten Interface wechselseitig ergänzen. Toshiba hat nun zumindest die Hardware dafür in Form des Libretto W100 vorgestellt. Das Gerät dürfte aber schon aufgrund des happigen Preises von 1099 Euro einige Käufer abschrecken. Dafür kann sich die Hardwareausstattung sehen lassen: Ein 1,2 GHz Intel Pentium U5400 (2 Kerne, 32 nm) sorgt zusammen mit 2 GiB Arbeitsspeicher für ordentliche Arbeitsgeschwindigkeit. Eine 64 GiB-SSD bietet dabei auch für das eingesetzte Windows 7 genug Speicherplatz. Ein Lagesensor emittelt die optimale Darstellung, auch wenn das Gerät hochkant gehalten wird und dann an ein aufgeklapptes Buch erinnert.

Toshiba Libretto W100 - Buchmodus

Mehrere Dinge fallen beim Betrachten der Videos und Abbildungen auf. Zunächst dürfte sich der zweite Bildschirm, der auch als Tastatur dient in Folge des verwendeten Spiegeldisplays schlecht für Außenbereiche eignen. Desweiteren erscheint die Wahl von Windows 7 nicht ganz überzeugend, weil zwar Multitouch-Gesten unterstützt werden, aber die Oberfläche eigentlich nicht für ein solches Gerät konzipiert ist. Besser wäre hier die Entwicklung einer eigens abgestimmten Benutzeroberfläche, wie man dies in den schon erwähnten Courier-Studien beobachten konnte. Auch der Courier basiert zwar nach Microsoft Angaben auf Windows 7, allerdings nur unter der Haube, während das ganze Interface neu entworfen wurde.


Toshiba AC100/Dynabook AZ - Nvidia Tegra 2 im Smartbook

Toshiba AC100 / Dynabook AZ

Ein weiteres höchst interessantes Gerät ist das Toshiba AC100. Dabei handelt es sich um ein 10,1 Zoll-Smartbook auf Basis von Nvidias Tegra 2. Die Ausstattung erinnert stark an ein Netbook und auch erste Preise von umgerechnet knapp 350 Euro deuten in diese Richtung. Dem Dual-Core Cortex A9-Prozessor mit 1 GHz Taktfrequenz stehen 512 MiB Arbeitsspeicher und eine bis zu 32 GiB große SSD zu Seite. Für die Netzwerkverbindung sorgt WLAN-n und Bluetooth sowie ein optionales 3g Modem. Im Gegensatz zu Intels Atom-Plattform ermöglicht Nvidias Tegra 2 nativ volle Videobeschleunigung bis 1080p, die das Gerät dank des HDMI-Ports auch zu einem idealen Medienzuspieler macht, während der kleine Bildschirm mit 1024 x 600 Pixeln bei Filmfans für wenig Freude sorgen dürfte. Eine 1,3 Megapixel-Kamera rundet das Paket noch ab.
Als Betriebssystem setzt Toshiba auf Android 2.1, wobei sich das bis zum Marktstart - der für Japan im August angepeilt ist - noch hin zur Version 2.2 (Froyo) ändern könnte, schon wegen der damit möglichen Flash-Unterstützung. Dank Android soll das Gerät auch ähnlich den Smartphones in einem dauernden Standbymodus verweilen und sich so in sekundenschnelle anschalten lassen. In diesem Standbymodus soll das Smartbook bis zu eine Woche verweilen können, ohne dass es an die Steckdose muss. Der Vorteil der Verwendung eines ARM-Prozessors liegt auch in der verhältnismäßig langen Laufzeit von acht bis zehn Stunden unter Last, trotz des niedrigen Gewichts von nur 870 Gramm.
Bei der CPU-Leistung dürfte der Tegra 2 auf Augenhöhe mit Intels Atom liegen und bezüglich der Multimediafähigkeiten leistet Nvidias ARM-Soc deutlich mehr. Zu beachten ist allerdings die fehlende x86-Unterstützung, weshalb hier kein Desktop-Windows installiert werden kann. Es ist auch noch nicht klar, ob das Gerät in Europa überhaupt auf den Markt kommt.


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