Microsoft mit eigenen Smartphones

MicrosoftSeit Apple sein iPhone auf den Markt gebracht hat und damit Milliarden verdient, wollen auch andere Mitbewerber ein Stück vom Kuchen abhaben. Bei Microsoft gab es schon längere Zeit Gerüchte um einen Einstieg in den Smartphone-Markt. Gestern hat Microsoft nun sein Kin getauftes Smartphone in zwei Varianten vorgestellt, das auf dem gleichen technischen Grundgerüst wie Microsofts Mediaplayer Zune basiert, der allerdings nach wie vor nicht in Deutschland verkauft wird. Als besondere Zielgruppe für die Smartphones nennt Microsoft Nutzer von sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter. Mobilfunk-Partner für das Projekt sind Verizon Wireless und Vodafone. Gebaut werden beide Geräte von Sharp.

Microsoft Kin One

Beide Varianten des Kin verfügen über eine ausschiebbare Tastatur und einen Touchscreen. Als Prozessor kommt nach Angaben von Bright Side of News Nvidias Tegra zum Einsatz, mit dem Microsoft schon gute Erfahrungen bei seinem Mediaplayer ZuneHD sammeln konnte und der recht gute Kritiken erhalten hat.
Das kleine Kin One setzt auf Kompaktheit - die rundliche Form entspricht etwa der größe einer Handfläche - und ist auch in der Ausstattung mit 4 GiB-Flashspeicher weniger umfangreich als der große Bruder Kin Two, bei dem 8 GiB-Speicher verbaut sind und dessen Form eher Smartphone-typisch wirkt. Zusätzlich verfügt das Kin Two über ein größeres Display und eine Kamera mit 8 Megapixel, die auch HD-Videos aufnehmen kann. Laut Microsoft sollen sich damit auch bei diffusen Lichtverhältnissen gute Aufnahmen schießen lassen und ein LED-Blitz sorgt in kritischen Situationen für zusätzliches Licht.

Microsoft Kin Two

Beim Betriebssystem geht Microsoft mit dem Kin offenbar einen eigenen Weg, was angesichts des baldigen Windows Phone 7-Starts seltsam erscheint. Zwar sollen beide Plattformen einen gewissen Grad an Kompatibilität aufweisen, aber auf dem Kin läuft offenbar zumindest kein normales Windows Phone 7. Stattdessen setzt man auf eine eigenständige, geschlossene Plattform - nicht, dass Phone 7 eine offene Plattform wäre -, bei der die Vernetzung im Vordergrund steht. So soll der Benutzer bereits auf dem Kin Loop genannten Startbildschirm ständig über alle Neuigkeiten aus den sozialen Netzwerken, bei denen man angemeldet ist, informiert werden. Ein weiterer Grund für ein eigenes Betriebssystem, den engadget ins Spiel bringt, könnte der Versuch sein, die Akkulaufzeit durch ein sparsames Interface zu verlängern. Mit dem Kin Spot genannten Programm sollen Nutzer ihre Daten mit anderen teilen können. Für die Zusammenarbeit mit dem PC hat Microsoft das Kin Studio vorgesehen, auf dem man seine Smartphone-Daten dann auf dem großen Bildschirm übersichtlich verwalten kann. Gleichzeitig kann man damit die Daten auf Microsofts Cloud Server ablegen und so von überall aus darauf zugreifen.
Während der Verkauf in den USA schon im Mai 2010 startet, muss man sich in Europa noch bis Herbst gedulden. Bis dahin wird Apple wahrscheinlich schon die vierte Generation des iPhones am Markt positioniert haben.


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