Intel stellt Atom Pinetrail vor

IntelIntel hat heute seine neue Atom-Plattform für Netbooks und Nettops vorgestellt. Statt auf mehr Performance setzt Intel dabei auf einen niedrigeren Verbrauch, was vor allem durch die Verkleinerung der bisherigen 3- auf eine 2-Chip-Lösung möglich ist. Allein beim Chipsatz werden so 85 Prozent Chipfläche eingespart.

Alte Atom 3 Chip-Lösung vs. Atom Pinetrail 2-Chip-Lösung

Die Plattform besteht aus einem CPU/GPU-Kombichip mit integriertem Speichercontroller und einem so genannten NM10-Chipsatz. Bei der ersten Atom-Generation kamen noch drei Chips zum Einsatz, nämlich die CPU, die Northbridge inklusive GPU und die Southbridge. Gefertigt wird weiterhin in 45 Nanometer, ein Shrink - auf dann wohl 32 Nanometer - kommt erst mit der nächsten Atom-Generation 2011.

Zunächst werden drei Versionen des neuen Atoms erscheinen. Der Single-Core-Prozessor N450 für Netbooks sowie der Single-Core D410 und der Dual-Core D510 für Nettops beziehungsweise kleine Desktopsysteme. Es wird also weiterhin offiziell von Intel keinen Dual-Core-Atom für Netbooks geben. Alle drei Chips kommen mit einer Taktfrequenz von 1,66 GHz, beim Arbeitsspeicher unterstützt der N450 maximal 2 GiB DDR2-Speicher mit 133 MHz, während die Desktopversionen 4 GiB bis 200 Mhz ermöglichen sollen.

Prozessor TaktCPU-Kerne /
Threads
L2 CacheSpeicherTDP
Intel Atom N4501,66 GHz1 / 2 512 KiBDDR2-667 (max. 2GB)5,5 W
Intel Atom D4101,66 GHz1 / 2 512 KiBDDR2-800 (max. 4GB) 10,0 W
Intel Atom D5101,66 GHz2 / 4 1024 KiBDDR2-800 (max. 4GB) 13,0 W


Die auf dem Chip integrierte Grafik GMA 3150 bietet gegenüber der Vorgängerversion kaum Neuerungen. DirectX wird weiterhin bis in der Version 9 unterstützt und die digitale Grafikausgabe bleibt weiterhin auf 1366*768 Pixel beschränkt. Auch Videobeschleunigung für VC-1 und h.264 sucht man vergeblich. Die mit Version 10.1 eingeführte Flash-GPU-Beschleunigung für H.264 Videos funktioniert daher ebenfalls nicht mit dem GMA 3150. Für HD-Videos jeglicher Art setzt Intel auf eine externe und optionale Lösung von Broadcom. Damit bleibt die Grafik auch bei Pinetrail weiterhin auf das Allernötigste beschränkt.

Der NM10-Chipsatz ist für die Anbindung der Geräte zuständig. Dazu werden zwei SATA-Ports, acht USB 2.0-Ports, HD-Audio, zwei PCI-Slots und vier PCI-Express-Lanes (insgesamt 2,5 GT/s) zur Verfügung gestellt. Da der Chipsatz via DMI an den CPU/GPU-Kombichip angebunden wird, fehlen Nvidia die Rechte, eine Ion-Alternativlösung auf den Markt zu bringen. Einzige Möglichkeit für Nvidia bleibt daher zunächst eine zusätzliche Grafikkarte, die via PCI-Express angebunden wird. Die GMA3150-Grafik würde man aber so oder so mitschleppen, weil sie untrennbar mit der CPU verbunden ist.
Intel stellt noch optionale Komponenten für die Pinetrail-Plattform zur Verfügung. Darunter befindet sich neben WLAN, LAN und Wifi/Wimax-Controller auch der schon erwähnte Broadcom HD-Videodecoder.

Atom N450 + NM10

Erste Tests zeigen, dass man von den neuen Chips keine Leistungssprünge erwarten sollte. Das ist aber von Intel auch nicht vorgesehen, schließlich will man noch seine CULV-Chips verkaufen. Das Atom-Konzept zielte auch von Anfang an nicht auf hohe Performance, sondern auf einen möglichst niedrigen Energieverbrauch und hier hat sich defintiv einiges getan. Anandtech hat den neuen Asus EEE1005PE unter die Lupe genommen und dabei satte 25 Prozent mehr Laufzeit bei gleichem Akku gegenüber der Vorgängergeneration festgestellt. Der neue EEE-PC erreicht so bei typischen Webapplikationen eine Laufzeit von 10 Stunden mit einem 6-Zellen 5800 mAh / 63 Wh Akku.

Die neue Plattform bietet für die Nutzer also vor allem längere Laufzeiten bei den Netbooks, bei der Leistung hat sich dagegen kaum etwas getan. Für Intel bedeutet Pinetrail niedrigere Herstellungskosten durch die Einsparungen bei der Chipfläche.


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1 Kommentar

1.) (th) 21.12.2009 - 16:00 Uhr
gute sache, 25% rechnen sich doch!
Den sparsamen Chip aber auf einen völlig veralteten und zu grossen Chipsatz zu packen konnte aber auch nicht langfristig aber auch keine Lösung sein.
Jetzt warte ich nur noch auf etwas mehr leistung. Webapplikationen sollten doch zumindest alle im flüssigen bereich lauffähig sein...