Intel Atom-Nachfrage sehr hoch

IntelKurz vor und während der CeBIT war die Hardware-Welt im "Atom"-Fieber. Kenner wissen bereits, dass hiermit nicht der kleinste chemisch nicht weiter teilbare Baustein der Materie gemeint ist, sondern die neue Intel-CPU, die primär in so genannten mobilen Internetgeräten (MID) eingesetzt werden soll. Mit einer Performance, die ähnlich zu der vergangener Pentium M-Prozessoren ist sowie einer gleichzeitigen Leistungsaufnahme von lediglich 0,6 bis 2 Watt, darf sich die Atom-CPU ohne Wenn und Aber den Stempel effizienteste Intel-Architektur aufsetzen.

Die Atom-CPU profitierte darüber hinaus vom Asus EEE-PC, welcher zur gleichen Zeit ebenfalls in aller Munde war und ein gutes Beispiel für ein künftiges Einsatzgebiet des Atoms stellt. Asus ließ bereits durchblicken, dass der Atom lediglich aufgrund mangelnder Lieferfähigkeit nicht zum Einsatz gekommen wäre. Spätere EEE-Versionen könnten also durchaus über die potente, neue Intel-CPU verfügen.

Mittlerweile wird die Atom-CPU im Akkord produziert. Sie muss sich allerdings mit den ebenfalls in 45nm-gefertigten Penryn-Prozessoren vier Fabriken teilen. Dies hielt Intel zunächst für ausreichend, muss aufgrund angeblich kollossaler Nachfrage diesen Plan womöglich aber noch einmal überdenken. Die Kollegen von "Digitimes" berichten nämlich, dass man im Mai lediglich 40 Prozent der eigehenden Bestellungen bearbeiten könnte. Betroffen sollen allen voran Acer, Dell, MSI und Gigabyte sein, welche allesamt entsprechend Atom-basierende Produkte für den Sommer angekündigt haben.

Fragt man jedoch bei Intel selbst an - dies taten die Kollegen von Goelm -, so gibt man sich gelassen und bejaht zwar die sehr hohe Nachfrage - bis September scheint man "ausgebucht" -, schließt jedoch gleichzeitig aus, dass man mit den Lieferungen nicht hinter her käme. Auch zwischenzeitlich gestreute Meldungen, die Produktion bereite Probleme, schloss man aus und sagte, dass die "Ausbeute im Rahmen der Erwartungen liege".

Die neue Intel-CPU hat nach Analystenberichten nicht nur ordentlich durch den Asus EEE PC profitiert, auch die selbst aufgezeigten Möglichkeiten während des IDF, die CPU auch in kompakten Desktop-CPUs, so genannten "Nettops", zu verwenden, soll die Nachfrage unerwartet hoch schnellen lassen haben. "Digitimes" befürchtet nun, dass nicht nur etablierte Anbieter bei der Auslieferung bevorzugt werden, sondern dass auch am Stückpreis gedreht wird. Dieser beträgt aktuell rund 50 US-Dollar bei einer Abnahme von 1000 Stück; die Produktionskosten sollen sich sogar auf lediglich 6 bis 8 US-Dollar belaufen. Dies ist damit zu erklären, dass der Prozessor lediglich 47 Millionen Transistoren besitzt (Wolfdale: 410 Millionen) und bereits im modernen 45nm-Verfahren gefertigt wird.


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