Intel Silverthorne: Kleine 45nm-CPU

IntelVor wenigen Wochen auf der Consumer Electronics Show (CES) leicht umrissen, verfliegt im Zuge der aktuell in San Francisco abgehaltenen International Solid-State Circuit Conference (ISSCC) allmählich der Mantel des Schweigen. Die Rede ist von "Silverthorne", dem künftigen Intel Ultra-Low-Power-Prozessor, der Bestandteil der Menlow-Plattform sein wird, der man im Vorfeld gegenüber aktuellen Kompakt-Lösungen eine Reduzierung der Verlustleistung von bis zu 1000% (10x) einräumte, ohne aber die Performance zu vernachlässigen.

Der Prozessor der Menlow-Plattform basiert auf einer neuen Mikroarchitektur, die in Austin (Texas, USA) von jenem Intel-Team entwickelt wurde, welches einst den "Tejas", Nachfolger des "Prescott", entwickeln sollte, Gott sei Dank aber die Entwicklung vorzeitig abbrach und alle Kräfte in die Core-Mikroarchitektur steckte, die wenig später unter dem "Conroe" im Desktop-Sektor debütierte. Wie man sich denken kann, ähnelt die Ultra-Low-Power-CPU eher der Core- als der NetBurst-Architektur. So stehen beispielsweise alle Features der aktuellen Generation zur Verfügung, darunter 64-Bit, SSSE3, VT und TXT, aber auch Features aus der NetBurst-Architektur hat man wieder aufgenommen, darunter HyperThreading.

Intel Silverthorne - 0,6- bis 2,0 Watt Verlustleistung

Intel gibt weiter an, dass "Silverthorne" auf einer 16-stufigen, zweifach skalaren Pipeline aufsetze (Core: 14-stufig). Die L1-Cache-Größe beträgt 32 KiB (Instruction) bzw. 24 KiB (Data), währenddessen der L2-Cache 512 KiB fasst. Angebunden ist die in 45nm-gefertigte Single-Core-CPU an einen 133 MHz schnellen FSB (quadpumped: FSB533). Durch die offensichtlichen Entschlankungen gegenüber den aktuellen Desktop-Prozessoren beläuft sich der Transistorcount auf gerade einmal 47 Millionen, womit der Chip eine Größe von lediglich 25 mm² besitzt und auf einem 300-nm-Wafer bis zu 2500-mal produziert werden kann.

Die Taktfrequenz soll maximal 2,0 GHz betragen und nimmt damit fast Desktop-übliche Maßstäbe an, allerdings ist der Verbrauch mit 0,6- bis 2,0 Watt deutlich unter den Desktop-Werten. Verglichen zur Ultra-Low-Voltage-Variante "Dothan", die Grundlage der aktuellen UMPC-Plattform ist, ist dies eine Reduzierung des Stromverbrauchs um den Faktor 10. Die Performance soll durch die krasse Senkung des Stromverbrauchs allerdings kaum gelitten haben, so erwartet Justin Rattner, Intel Chief Technology Officer, eine Performance, die ungefähr auf dem Niveau der Pentium-M-Generation (Banias) wiederzufinden ist. Wann die Menlow-Plattform inklusive des neuartigen Mikroprozessors "Silverthorne" in den Handel gelangt, steht unterdessen noch aus.


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2 Kommentare

2.) Luk Luk 06.02.2008 - 07:15 Uhr
Der Nachteil bei dem Kern ist ja, dass er so wenige Transistoren im Vergleich zu den Desktop-CPU's hat.
Der Silverthrone hat nur 47mio und z.B. ein Core2Duo hat ca. 250mio. Quads haben wieder doppelt so viele usw.
Wenn man jetzt einen Desktop Quad mit ca. 47mio Transistoren hätte (45nm) wäre die Rechenleistung im Gegensatz zu herkömlichen Quads doch vollkommen schlecht. :)
1.) mieze 06.02.2008 - 01:14 Uhr
Das ist ja mal wieder der Hammer - die letzteb Tage haben dem fleißigen Leser doch so einiges Interessantes bieten können.
Wenn die mit 0,6-2 Watt aus kommen (und das bei stolzen 2,0 Ghz), wäre es dann nicht auch möglich den Stromverbrauch der Desktopvarianten in etwa zu halbieren (da höherer FSB, Takt, mehr Cache, Kerne...) oder machen sich diese Faktoren derartig bemerkbar ?
Zudem fällt mir grad ein, dass ich im Kopf an den TDP Werten gehangen habe, die ja wenig (nichts) mit der Praxis zu tun haben (wollt aber nicht den ganzen Post editieren :P)
Interessiert mich schon, was eine Quad-Core-CPU mit 3Ghz, nem FSB von 1600 und 8MB L2-Cache unter Volllast an Strom braucht - gefertigt in 45nm natürlich, sonst ist ein Vergleich ja nicht so gut möglich.