Intel-"Yorkfield"-Verspätung bestätigt

IntelVor rund zwei Wochen wurde publik, dass sich die kommende Intel Quad-Core-CPU "Yorkfield" verspätet, da angeblich kurz vor der Auslieferung ein Problem festgestellt worden ist. Dieses wurde insofern konkretisiert, als dass man von einem Problem mit der Integrität des Signals zur Kommunikation zwischen Prozessor und Chipsatz (FSB) sprach. Die "wahren" Details sind aber erst jetzt ans Tageslicht geraten; die zwischenzeitlich von Intel gestreuten Meldungen, wonach man nur aus strategischen Gründen den "Yorkfield" verschiebe, sind damit - wie schon von uns vermutet - definitiv falsch.

Bis zuletzt war unklar, warum in den Meldungen stets vom "Yorkfield" (Desktop Quad-Core) die Rede war, nicht aber beispielsweise vom "Harpertown" (Server Quad-Core) oder auch "Wolfdale" (Desktop Dual-Core), schließlich sollten diese für gewöhnlich nicht anders über den FSB kommunizieren. Licht ins Dunkel bringen nun die Kollegen von Heise, die berichten, dass das Problem allgemein ab einer FSB-Geschwindigkeit von 333 MHz (FSB1333) auftrete und theoretisch alle Intel 45nm-Prozessoren betreffe. Soweit die Theorie: Warum es in der Praxis allerdings auf den "Yorkfield" eingegrenzt ist, hat nicht nur einen Grund.

So führt man fort, dass die besagten Signalfehler zwischen CPU und Board lediglich bei billigen Mainboards (4-Layer) auftauchen. Dies ist zunächst einmal eine Erklärung dafür, warum der "Harpertown" nicht gefährdet ist - im Server-Sektor werden lediglich hochwertige Platinen eingesetzt. Die Antwort, warum auch der "Wolfdale" nicht betroffen ist - schließlich wird gerade er auf so genannten "Billig"-Platinen betrieben und müsste demnach besonders anfällig für den "Signalfehler"-Bug sein -, ist abermals plausibel.

So berichtet Heise weiter, dass der "Wolfdale" deswegen nicht betroffen sei, weil er, bedingt durch 2- statt 4 Kerne, wesentlich weniger Daten mit dem Chipsatz austauschen müsste. Kurzum: Der "Signalfehler"-Bug taucht lediglich bei billigen Mainboards (4-Layer) in Kombination mit Quad-Core-Prozessoren auf. Diese Kombi kann lediglich der "Yorkfield" erfüllen, weswegen er in den Medien stets als einziger genannt wird.

Das einzige derzeit im Handel erhältliche Modell, welches vom Problem aktiv betroffen ist, ist damit der Core 2 Extreme QX9650. Ob und wie Intel dort reagieren wird, bleibt abzuwarten. Fest steht nur, dass die anderen 45nm Quad-Cores daraufhin erst im März 2008 kommen werden, die 45nm Dual-Cores sollten hingegen pünktlich am 20. Januar das Licht der Welt erblicken, sofern nicht anderweitige Probleme dazwischen funken. Abseits dessen mehren sich nämlich Gerüchte, wonach die "Pentium"-Väter allgemeine Probleme mit der 45nm-Fertigung hätten, obwohl schon zahlreiche Penryn-CPUs die Fertigungshallen verlassen haben. Die News verdeutlicht, dass auch Intel nicht frei von Fehlern ist. Im Gegensatz zu AMD kann man sie sich jedoch wegen der besseren Markt- und Wirtschaftssituation ohne große Konsequenzen erlauben.


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2 Kommentare

2.) KonKorT 27.12.2007 - 01:13 Uhr
Ja, das passiert dann im Worstcase-Szenario. Man kann bestimmt nicht sagen Yorkfield plus billiges Mainboard = Bluescreen, aber dort sind eben Fehler aufgetreten.
1.) numi 27.12.2007 - 01:10 Uhr
heißt das in kurzform, dass der prozessor zu viele daten austauschen möchte und günstige mainboards dann schlapp machen und man mit einem bluescreen (schöner gesagt: es könnte zu einem datenverlust kommen^^) belohnt wird?