Test: Gainward 8800 GTS 51214. Dezember 2007

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Einleitung

Rund einen Monat nach der glanzvollen Vorstellung der GeForce 8800 GT, die es verstand, die entstandene Lücke - sowohl preislich als auch leistungsmäßig - zwischen 8600 GTS und 8800 GTS 640 zu stopfen, folgt die sogenannte 8800 GTS 512. Sie basiert auf dem modernen G92-Core (65nm) der 8800 GT, kann aber gegenüber dieser aufgrund eines weiteren Clusters sowie deutlich höheren Taktraten davonziehen.

Gainward BLISS 8800 GTS 512

Die rasche Vorstellung der GeForce 8800 GTS 512 hat mehrere Gründe. An erster Stelle steht gewiss, dass nVidia auch im 300-Euro-Sektor perfekt aufgestellt sein wollte, aber auch die Tatsache, dass die bisherige 8800 GTS 640 seit der Vorstellung der 8800 GT stark ins Hintertreffen geraten ist, mag einer der Gründe für den doch letztendlich überraschend schnellen Launch der Karte gewesen sein.

Während die 8800 GTS 640 weiterhin für rund 300 Euro verkauft wurde, konnte man bereits eine schnellere und zugleich sparsamere 8800 GT für ca. 220 Euro erstehen. nVidia reagierte zwar, indem bei der 8800 GTS 640 kurzzeitig sieben statt sechs Cluster aktiviert wurden, doch konnte diese Tatsache den Verkauf der 8800 GTS 640 auch nicht mehr merklich ankurbeln. Mit der GeForce 8800 GTS 512 kommt wieder frischer Wind ins nVidia-Produktportfolio und es ist wieder alles beim Alten: GTS ist schneller als GT.

Gainward BLISS 8800 GTS 512

Sind also die Machtverhältnisse bei nVidia wiederhergestellt? Die hauseigene Konkurrenz ausgelöscht? Viele befürchteten vor dem Launch der 8800 GTS 512 nicht zu unrecht, dass nVidia mit der Karte zwar das Problem, dass die GTS langsamer als die GT ist, gelöst hat, gleichzeitig sich aber ein Neues, nämlich, dass die 8800 GTS 512 schneller als die GTX ist, ins Haus geschafft hat. Von der Hand ist nicht zu weisen, dass sowohl die wichtige Shader- als auch die gewichtige Texel-Leistung bei der 8800 GTS 512 unerreicht ist, also sogar über dem Niveau einer 8800 Ultra liegt. Dennoch besitzt der Chip aufgrund seines lediglich 256-Bit breiten Speicherinterfaces einen nicht zu unterschätzenden Nachteil gegenüber den schnellen G80-Chips, welche über ein 384-Bit Speicherinterface verfügen. Die Frage des Artikels ist damit: Spaltet der G92 den G80, hat nVidia mit der 8800 GTS 512 zwei Schritte vorwärts gemacht, aber gleichzeitig auch einen rückwärts?

Die nachfolgenden Seiten werden der Frage nachgehen und sie klären. Vorab gilt es jedoch Gainward einen ganz besonderen Dank auszusprechen, die uns bereits vor der offiziellen Vorstellung der GeForce 8800 GTS 512 freundlicherweise mit einem Testsample versorgen konnten. Leider war es uns aus zeitlichen Gründen nicht möglich, noch am selben Tag einen gewohnt ausführlichen Artikel hinzulegen. Mit dem heutigen Tag wollen wir dies jedoch nachholen.

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