R600 unter Direct3D 10 schneller als G80

AMDNach neusten Erkenntnissen kann der R600 Grafikchip seine völligen Stärken erst unter Direct3D 10 Applikationen offenlegen. Die Architektur ist auf Direct3D 10 Games abgeschnitten und weniger auf aktuelle DirectX 9 Titel, für die die Karte sowieso genügend Reserven haben sollte. Vergangenene Benchmarks zeigten den R600 bisweilen ausschließlich unter aktuellen DirectX 9 Games, weil erste Direct3D 10 Szenarien noch fehlen. War es also überhastet, den R600 aufs Abstellgleis zu setzen?

Die Ursache des Ganzen ist in der Architektur des R600 zu finden, die sich stark von der des G80 unterscheidet. Setzt der G80 auf 128 Streamprozessoren in seiner größten Fassung (8800 GTX), die je eine Operation pro Takt abarbeiten können, kommt die HD 2900 Serie zwar nur mit 64 Streamprozessoren aus, die allerdings fünf Operationen pro Takt abarbeiten können. Schnell bedient man sich der Multiplikation in der Marketingbranche und spricht von 64*5 Streamprozessoren, ergo 320. Falsch ist dieser Ansatz nicht, nur scheint es, als könne der R600 nicht in jeder Lebenslage fünf Operationen pro Takt abarbeiten, so dass dessen Angabe an Streamprozessoren nicht statisch, sondern relativ ist.

Summa summarum sollte sich allerdings der R600 rein technisch an die Spitze setzen, wäre da nicht nVidias genialer Einfall, die Shader auf dem Chip mit separaten Takten anzusteuern. So taktet beispielsweise der Chip beim G80 mit 575 MHz, währenddessen die Shader mit 1350 MHz angesteuert werden. Der R600 ist in der Hinsicht weniger flexibel ausgerichtet. Der Chiptakt ist zugleich der Shadertakt. Da dieser bei der HD 2900 XT um 750 MHz liegen wird, ist auch automatisch der Shadertakt bei 750 MHz und somit deutlich geringer als bei nVidia.

Sofern der R600 volle fünf Operationen pro Takt abarbeiten kann, sollte er selbst dem G80 - der einen deutlich höheren Shadertakt besitzt - das Wasser reichen können. Ob der R600 unter DirectX 9 nur mit angezogener Handbremse läuft, vielleicht nur drei oder vier Operationen pro Takt abarbeiten kann, ist bislang noch unschlüssig. Wir sind gespannt, wie sich der R600 am Launch gegen den G80 schlägt und vor allen Dingen ob in der Zukunft vielleicht das Pendel zugunsten des R600 ausschlägt.


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