Direct3D 10-Start verspätet sich

MicrosoftDer Start vom von Microsoft groß angepriesenen Direct3D 10 verspätet sich immer mehr. Im November erschienen mit nVidias GeForce 8800-Serie die ersten Direct3D 10-fähigen Grafikkarten auf dem Markt, bis heute gibt es noch keinen passenden Treiber für Windows Vista Beta-User oder Besitzer von Windows Vista per MSDN. Ende Januar - zum offiziellen Vista-Start - soll dann endlich ein passender Treiber bereitstehen.

Auch AMD ist mit ihrem R600-Grafikchip stark im Verzug: Sollte ursprünglich der erste Direct3D 10-fähige Radeon-Chip noch diesen Monat erscheinen, klingt nun laut dem britischen Newsdienst The Inquirer März um einiges realistischer. Zwar treiben sich die Grafikchip-Hersteller AMD und nVidia mit ihren "aktuellen" Chips R600 und G80 zu immer weiteren Höchstleistungen in aktuellen (DirectX 9-)Spielen, doch die eigentliche Neuheit bleibt verschmäht - der Direct3D 10-Support.

Aktuell gibt es kein Direct3D 10-fähiges Spiel auf dem Markt. Microsofts Flight Simulator X wird bis zum Start von Windows Vista Ende Januar keinen Patch erhalten, um das Spiel mit neuen Direct3D 10-Effekten auszustatten. Ein weiterer Meilenstein im grafischen Fortschritt zum fast Fotorealistischen ist Crysis. Der Ego-Shooter wird jedoch frühestens im April erscheinen, da die Coburger Entwickler Crytek bei einem neuen Gesetz in Bezug auf die "Killerspiele"-Debatte mit einer Auswanderung drohten. Flight Simulator X ist übrigens ein gutes (Negativ-)Beispiel: Das Spiel nutzt (wie einige moderne Spiele) noch nicht mehrere Prozessorkerne aus und beschränkt sich alleinig auf die vorhandene Grafikkarte. Beispielsweise läuft das Spiel mit einem auf 3 GHz übertakteten Athlon 64 schneller als mit einem 2.8 GHz schnellen zweikernigen Athlon 64 FX-62. Ein Core 2 Duo oder gar Quad mit mehreren Kernen lohnt hier nicht, warum sollten Spieler dann überhaupt aktuell auf einen Mehrkern-Prozessor umsteigen?

Daher sollten nicht nur Firmen wie AMD und nVidia die passende Hardware plus Treiber liefern, sondern auch die Spieleindustrie sich an die eigene Nase fassen und neue Techniken wie Multi-Core-Prozessoren fördern. Denn was bringt ein PC mit einer GeForce 8800 und einem für Spiele ausreichenden Athlon 64 Single-Core Prozessor? Dieser würde vielleicht für Spiele reichen, nicht aber für andere Applikationen. Somit wäre ein stärkerer Prozessor fällig, der dann aber mächtig in die Tasche greifen lässt.


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