Erstes AMD 4x4-System käuflich erwerbbar

AMDMit der 4x4 Plattform möchte auch AMD die Tore für Quad-Core öffnen und den Kunden mit glänzender Multi-Core Technologie beriseln; wie es Intel schon mit dem Kentsfield vormacht. Man mag es sich gar nicht trauen zu sagen, vier stolze Kerne sitzen unter der Haube - vor vier Jahren war man reichlich froh, wenn man eine schnelle sein Eigen nennen konnte. Wahsinnig schnell hat sich die Multi-Core Technologie durch alle Ebenen "gefressen". Bestes Beispiel dafür ist die Intel Core-Microarchitektur, die ein halbes Jahr nach ihrem Erscheinen immer noch kein Single-Core Modell im Aufgebot hat. Die Weichen scheinen also unausweichlich auf Multi-Core gestellt zu sein, weswegen sich manch einmal abstruse Gedanken zusammen brauen lassen - die AMD 4x4 Plattform zeigt es. Nüchtern betrachtet, müsste man sagen, dass AMD dem Kunden hier eine Technologie verkauft, die sie selbst als das Non-Plus-Ultra anpreisen, in Wirklichkeit aber im Server-Segment schon lange Zeit Gang und Gebe ist.

Man nehme hochgezüchtete Dual-Core CPUs, packe sie auf ein Board mit 2 Sockeln und fertig ist das wunderbare Marketinginstrument 4x4. Es wird ersichtlich, dass AMD mit kleinsten Mitteln versucht, möglichst viel zu erreichen. Man muss dazu sagen, dass Intel an der AMD 4x4 Plattform auch nicht ganz unschuldig ist; schließlich waren sie es, die auf Biegen und Brechen möglichst schnell einen Quad-Core Prozessor herstellen wollten und dabei sich ebenfalls einfachster Mittel bedienten, indem sie zwei normale Conroes auf eine Package packten. Immerhin kann Intel mit guter Kompatiblität aufwarten. Für die an Ethusiasten gerichtete 4x4 Plattform ist bekanntlich ein spezielles Mainboard fällig, das momentan auch nur von Asus gestellt wird.

Teures Geschoss - AMD 4x4 Plattform

Wie man dem Ganzen auch gegenüber stehen mag, fest steht, dass die 4x4 Plattform kommt bzw. mancher Orts schon da ist. Im japanischen Raum ist "Quad-Father" schon in aller Munde. Athlon 64 FX 70 (2.6 GHz), FX 72 (2.8 GHz) und FX 74 (3.0 GHz) heißen die entsprechenden Modelle und sollen alsbald auch bei uns im Handel käuflich erwerbbar sein. Alle Prozessoren sind im mittlerweile sehr gut erprobten 90nm-Prozess gefertigt und kommen mit 1 MiB L2-Cache pro Kern daher. Ihre Verlustleistung beläuft sich auf 125 Watt (Dual-Core) und liegt somit auf demselben Niveau wie Intels Core 2 Extreme QX6700 Prozessor, der allerdings den entschiedenen Vorteil hat, gleich vier Kerne untergebracht zu haben. Insofern ist die TDP des 4x4 Systems insgesamt sehr hoch und nichts für schwache Netzteile. Wer ein "Quad FX-Ready" beschriebenes System schon jetzt sein Eigen nennen möchte, kann beim japanischen PC-Versandhaus Faith gleich ein komplettes System inklusive DDR2 800 Speicher und vier einzelnen 7950 GT Karten für müde 5222 Euro bestellen. Ob die gebotene Leistung dann aber im Verhältnis zum Preis steht, mag jeder vernünftige Menschenverstand mitnichten bejahen.


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