AGEIA zeigt PhysX-Benchmark

AGEIA Dass durch seine PhysX-Karte bekanntgewordene Unternehmen AGEIA, hatte bislang damit zu kämpfen seine Physikbeschleunigungskarte zu verkaufen. Die Gründe waren/sind dabei vielseitig gestrickt, lassen sich jedoch auf den Nenner Preis/Leistung bringen. So toll die PhysX-Karte vom kalifornischen Startup Unternehmen auch angepriesen wurde, was nützt dies, wenn jegliche Anwendungen keinen Nutzen aus der enormen Physik-Power beziehen können, die gewiss in der PhysX-Karte schlummert. Zudem bekommt man eine solche Physik-Karte ja nicht einfach geschenkt, sondern muss weit über 200 Euro hinblättern, um dann im Endeffekt faktisch als Belohnung keinen Leistungsschub attestiert zu bekommen. Man konnte sich damit trösten, dass kommende Kracher ala Unreal-Tournament 2007 ein Nutzen aus der Zusatz-Karte ziehen; ein wirklich schlagkräftiges Argument war dies aber bei weitem nicht, so dass es nicht verwunderlich ist, dass AGEIA über schlechte Verkaufszahlen klagt. Zu allem Überfluss trifft man mit ATi und nVidia noch Feinde an, die man für Freunde gehalten hat. Anstatt der entwickelten Physiklösung positiv gegenüber zu treten, haben sich die beiden Chipschmieden schnell selbst an die Entwicklung einer Physik-Lösung gemacht und wollen ebenfalls in Zukunft im Physik-Geschäft mitmischen.

Der eigens entwickelte RealityMark Benchmark zeigt eindrucksvoll die Leistung der PhysX-Karte

Sein Heil suchte das Unternehmen mit Sitz in Mountain View erst vor wenigen Tagen, als man seine PhysX-Karte für den moderneren PCI-Express Port zugänglich machte - bislang diente der altgediente PCI Slot als Unterschlupf. Und auch heute steht man in den Medien wieder ganz weit oben. Grund: Man enthüllt den eigens entwickelten Benchmark "RealityMark", der die Vorteile der PhysX-Karte aufzeigen soll und das tut er mit bravour - so viel schon einmal dazu. Der Benchmark, welcher eine sehr kurze Dauer von nur 38 Sekunden hat, basiert auf dem künftigen Spieletitel "CellFactor: Combat Training", das sich schon im Vorfeld durch seine angekündigte Physikbeschleunigung von der Masse abhebt - wie man so schön zu sagen pflegt. Die Anzahl der FPS wird in ein oder zwei Durchläufen ermittelt - abhängig davon, ob man in seinem Rechner eine PhysX-Karte werkeln hat oder nicht - und spricht - wie aber auch nicht anders zu erwarten - Bände. Auf Basis erster kursierender Tests kann man sagen, dass Systeme mit sonst identischer Ausstattung durch die Physikbeschleunigungskarte eine um den Faktor 10 höhere Performance erreichen. In nackten Zahlen heißt dies 3 FPS vs. 35 FPS.

Der eigens entwickelte RealityMark Benchmark zeigt eindrucksvoll die Leistung der PhysX-Karte

Dieses Ergebnis war zu erwarten, auch wenn die 1000% höhere Performance schon sehr derb ist und wohl höher ausfällt, als man hätte vermutet. Ob AGEIA durch diesen Benchmark allerdings Erfolge beim Verkauf einfährt, ist eher unwahrscheinlich, dafür hätte zu diesem Resultat schon eine neutrale Benchmark-Suite kommen müssen. Doch wer weiß, es sei angemerkt, dass die angesehene FutureMark-Schmiede AGEIA in sein Benchmark Development Program (BDP) aufgenommen hat, so dass zu erwarten ist, dass kommende 3DMark-Titel einen Nutzen aus der Physik-Karte ziehen werden. Möglicherweise könnte das noch einmal den Verkauf kräftig ankurbeln. Unterstützend kommt hinzu, dass nach Angaben von AGEIA mittlerweile über 170 Spiele in der Entwicklung sind, die auf Physikbeschleunigung ausgelegt sind. AGEIA hat seinen Optimismus noch nicht verloren und glaubt immer noch an den Durchbruch; wir werden sehen, was sich in den kommenden Monaten und Jahren am Spielemarkt regt.


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