Haswell-E: Intel-Präsentation durchgesickert

IntelVor genau zwei Wochen stellte der US-amerikanische Prozessorhersteller Intel seine neue Haswell-Mikroarchitektur vor. Zuerst erschienen lediglich Modelle für Desktops und für gewöhnliche Notebooks, während drei Tage danach auch erste Haswell-Prozessoren für Ultrabooks veröffentlicht wurden. Obwohl dem Unternehmen mit Haswell lediglich ein kleiner Leistungssprung gelungen ist, lassen einige theoretische Benchmarks auf eine wesentlich bessere Performance bei zukünftiger Software hoffen. Doch die Haswell-Mikroarchitektur gibt es bis dato nicht in echten High-End-Produkten, da diese nicht für den Sockel LGA 1150 erscheinen.

Intel-Präsentation: Haswell-E-Folie

Bis zu Haswell-E ist es allerdings noch ein weiter Weg, denn aktuell ist Intels High-End-Bereich mit Prozessoren auf Sandy-Bridge-E-Basis besetzt - und zwischen Sandy Bridge und Haswell liegt bekanntlich noch Ivy Bridge. Die kommenden Ivy-Bridge-E-Prozessoren werden vermutlich im diesjährigen September erscheinen, während Haswell-E nicht vor dem zweiten Halbjahr 2014 erwartet wird. Die gut informierten Kollegen von VR-Zone.com haben nun zahlreiche Folien veröffentlicht, die offenbar aus einer Haswell-E-Präsentation von Intel stammen.

Die Folien weisen darauf hin, dass der Prozessorhersteller mit Haswell-E erstmals ein Modell mit acht Kernen für den Desktop auf den Markt bringen möchte. Das ist allerdings kein absolutes Neuland für Intel, denn im Server-Bereich existieren bereits seit Längerem Sandy-Bridge-Prozessoren mit acht Kernen und Hyper-Threading. Doch die kommenden Prozessoren auf Haswell-E-Basis werden weitere Neuerungen mit sich bringen. Dazu gehören unter anderem ein bis zu 20 MiB großer L3-Cache sowie der Support für DDR4-Arbeitsspeicher. Das höchste der Gefühle soll allerdings nur DDR4-2133 werden, doch aus Erfahrung wissen wir, dass die Speicher- und Mainboard-Hersteller auch den Einsatz von wesentlich schnellerem Arbeitsspeicher ermöglichen werden.

Intel-Präsentation: Haswell-E-Folie

Double-Data-Rate-Module der vierten Generation verfügen normalerweise über 284 Pins, doch die Haswell-E-Mainboards sollen angeblich auch Non-Volatile-DIMM-Module mit 288 Pins beherbergen können. Diese NVDIMM-Module behalten selbst bei einem Spannungsverlust, wie zum Beispiel durch einen Systemabsturz oder gewöhnliches Herunterfahren, die eingeschriebenen Daten - handelsüblicher DDR-Arbeitsspeicher verliert hingegen diese Daten. Folglich werden Haswell-E-Prozessoren logischerweise einen anderen Sockel, der unter der Bezeichnung LGA 2011-3 läuft, benötigen.

Wie es die Bezeichnung verrät, kommt dieser Sockel ebenfalls mit 2011 Pins daher, aber die Prozessoren der Sandy-Bridge-E- und Ivy-Bridge-E-Familie sind dennoch mechanisch inkompatibel zum kommenden Haswell-E-Untersatz. Die Hauptplatinen besitzen den X99-Chipsatz, der 40 PCIe-3.0-Lanes sowie zehn SATA3- und sechs USB-3.0-Anschlüsse unterstützt und mit einem TDP von 6,5 Watt daherkommt. Schlussendlich erwähnt Intel, dass ein 3,0 GHz schneller Achtkern-Prozessor auf Haswell-E-Basis im Schnitt ungefähr so schnell rendert wie ein 3,7 GHz schneller Vierkerner für den aktuellen Sockel LGA 1150.


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