AMD verdient 60 bis 100 US-Dollar pro Konsole

AMDDer kalifornische Chiphersteller AMD, der schon seit langer Zeit finanziell angeschlagen ist und demnächst eventuell von Intel aufgekauft wird, sorgte in den vergangenen Wochen durchaus für positive Schlagzeilen. Die bekannten Notebookhersteller Acer und Hewlett-Packard verbauen AMDs neue SoC-Prozessoren in einigen neuen Modellen. Des Weiteren gibt es in der Grafikkarten-Sparte einiges zu berichten, denn inzwischen ist die Radeon HD 8970M, das neue Flaggschiff unter den mobilen AMD-Grafikkarten, vorgestellt worden und möglicherweise arbeitet das Unternehmen schon unter Hochdruck an der ersten Radeon-Generation, die in einer Strukturbreite von 20 Nanometern gefertigt wird. Da auch die neuen Spielekonsolen sowohl einen Prozessor als auch eine Grafikeinheit von AMD besitzen, könnte es für das Unternehmen wieder bergauf gehen.

Es war bereits im Vorfeld bekannt, dass AMD alleine mit der Xbox One innerhalb von fünf Jahren über drei Milliarden US-Dollar einnehmen wird, doch inzwischen sind etwas genauere Zahlen aufgetaucht. Geht es nach Mark Lipacis, Analyst der US-amerikanischen Investmentbank Jefferies & Company, so wird AMD Umsätze von 60 bis 80 US-Dollar pro ausgelieferte Playstation 4 und Xbox One erhalten - und das alleine für den Jaguar-basierten Prozessor. Der Kollege Hans Mosesmann von Raymond James geht sogar von Umsätzen zwischen 60 und 100 US-Dollar pro SoC-Prozessor aus.

Laut der Internetseite XBitLabs.com fallen diese Schätzungen sogar noch sehr konservativ aus, weil Microsoft und Sony bei den Vorgängerkonsolen angeblich mehr an die Hersteller des Prozessor- und Grafikteils bezahlt haben. Der IBM-Prozessor der Xbox 360 soll alleine 105 US-Dollar gekostet haben, wozu sich dann noch eine separate ATI-Grafikeinheit für 140 US-Dollar gesellte. Die Schöpfer der Playstation 3 bezahlten offenbar 89 US-Dollar pro Cell-Prozessor und 129 US-Dollar pro Nvidia-Grafikeinheit.

Wir gehen also davon aus, dass AMD die Konkurrenz unterboten hat, damit das Unternehmen diese Aufträge unbedingt bekommt. Einerseits kann AMD die daraus resultierenden Umsätze gut gebrauchen, andererseits ist Umsatz nicht gleich Gewinn und vielleicht hat sich AMD mit diesen günstigen Verkaufspreisen verspekuliert. Hier spekulieren wir allerdings nur - und zwar auf Basis von Schätzungen.


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2 Kommentare

2.) rizawi 02.06.2013 - 18:52 Uhr
Also wenn ich das mit den Umsätzen mal überschlage, is das kein wirkliches Geschäft :D . Geb ich NV Recht, bei den niedrigen Gewinnen ist der Deal nicht wirklich rentabel...

Allerdings gilt das hier für alle Beteiligten. Ich find allgemein, wenn die Konsolen für 400€ über den Tisch gehen, das dies kein gewinnbringendes Geschäft ist. Heisst man erkauft sich hier so ziemlich alles auf Pump und hofft mit extrem dummen Kunden die Kohle hintem rum rein zu holen. Der ganze Internetscheiss, Gebrauchtzoll, Spielpreise und co. belegen das schon im Vorfeld.

Fakt is das auch Massenherstellung von so einem SoC kein Billiggeschäft ist, würd da gern mal wissen was ein Die kostet in der Produktion. Nur mit der Info könnte man Prognosen machen wie es beim Gewinn aussehen könnte.
1.) lordZ 02.06.2013 - 18:08 Uhr
Auf den vielen Newsseiten freuen sich die Kommentare für AMD und dass es jetzt endlich wieder bergauf geht mit den Gewinnen aus diesen Geschäften.

hardware-infos sieht das aus meiner Sicht ein wenig realistischer. Klar ist, dass Umsatz generiert wird. Aber wer sagt, dass sich AMD dieses Geschäft nicht "gekauft" hat? Ich kann's mir nur so vorstellen. Ansonsten hätte sich den Auftrag jemand anders geholt.