AMD mit ATI auf Erfolgskurs

AMDDie letzten Tage brachten mehrere positive Nachrichten für AMDs Grafikabteilung. Zum einen dominiert ATI nun im Bereich der diskreten Grafikkarten. Zum anderen gab es den Zuschlag für ATI-Produkte in den neuen Apple-Rechnern. Die konsequente und schnelle Markteinführung des kompletten DirectX 11-GPU-Lineups zahlt sich nun also aus.

AMD überholt Nvidia bei diskreten Grafikkarten
Die erste interessante Nachricht betrifft den Markt der diskreten Grafikbeschleuniger, der von Mercury Research untersucht wurde. Dabei sollte man im Hinterkopf behalten, dass diskrete Grafikkarten nicht einmal die Hälfte der gesamten Grafiklösungen ausmachen, denn im bei der Gesamtbetrachtung inklusive der integrierten Grafikbeschleuniger hat nach wie vor Intel mit 54,3 Prozent die Nase vorn. Aber auch hier konnte AMD angesichts Nvidias prekärer Chipsatzsituation ordentlich zulegen und kommt nun auf 24,5 Prozent, während Nvidia nur noch knapp 20 Prozent erreicht.
Doch betrachtet man den Bereich der eigentlichen Grafik-"Karten", dann bleibt Intel außen vor und der größte Teil des Marktes ist zwischen Nvidia und AMD aufgeteilt, während Konkurrenten wie Matrox, SIS oder S3 inzwischen beinahe zu vernachlässigen sind. Im Desktopbereich dominiert nach wie vor Nvidia mit 55,2 Prozent, ATI kommt hingegen nur auf 44,5 Prozent. Dabei ist allerdings anzumerken, dass ATI im Jahresvergleich um beinahe 10 Prozent Marktanteil zulegen konnte.
Bei den Notebooks hat AMD mit 56,3 Prozent hingegen die Nase vorn, was nicht zuletzt daran liegt, dass Nvidia - die hier nur auf 43,7 Prozent kommen - im Notebookbereich bisher keine DirectX 11-Produkte anbieten kann und daran wird sich wohl auch bis zum Jahresende nicht viel ändern. Rechnet man die Zahlen auf den Gesamtmarkt um, dann kommt man für ATI auf 51,1 Prozent, für Nvidia auf 48,8 Prozent. Nvidia gerät nun aufgrund des Fermi-Desasters immer mehr unter Druck und ist darauf angewiesen, schnell seine Mainstream-Lösungen auf den Markt zu bekommen, um nicht mit der Einführung von AMDs Southern Islands weiter zurückzufallen.

AMD gewinnt Apple-Deal
Ein weiterer Pluspunkt für AMDs Grafikabteilung ist die gestrige Ankündigung neuer Apple-Produkte, nämlich den iMacs und Mac Pro, die nun ausschließlich auf ATI-Grafik vertrauen.
Während im kleineren 21,5 Zoll-iMac standardmäßig noch die ältere Radeon HD 4670 zum Einsatz kommt, ist der größere 27 Zoll-iMac schon mit DirectX 11-Beschleunigern ausgestattet. Hier kann man sich zwischen einer Radeon HD 5670 und einer Radeon HD 5750 entscheiden, die mit 512 beziehungsweise 1024 MiB Arbeitsspeicher ausgestattet sind. Die CPUs kommen nach wie vor aus dem Hause Intel, wobei hier nun aktuelle Core i3 und Core i5 verbaut werden.
Der Mac Pro, Apples Flaggschiff, erhält ebenfalls ATI-GPUs. Hier wird standardmäßig eine Radeon HD 5770 mit 1024 MiB verbaut, jedoch besteht eine Upgradeoption auf eine Radeon HD 5870 mit ebenfalls 1024 MiB Videospeicher. Bei den CPUs kommen Intels Bloomfield- und Westmere-Xeons zum Einsatz. Dank zweier CPU-Sockel sind so bis zu 12 Kerne möglich.

Die Sweetspot-Strategie - also die Wende hin zu kleineren GPUs für gezielte Marktsegmente - bringt AMDs Grafikabteilung derzeit also auf Erfolgskurs. Abzuwarten bleibt nun, wie schnell Nvidia sein DirectX 11-Lineup vervollständigen kann und wie sich AMDs Southern Islands schlagen, die schon im Oktober vorgestellt werden sollen.


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4 Kommentare

4.) MacTen 01.08.2010 - 14:01 Uhr
wer äpfel kauft, hat auch ne rote karte verdient*g*
3.) eXEC 30.07.2010 - 14:08 Uhr
Und wie man sieht juckt es aber schon fast überhaupt kein Spiel am Markt, dass hier die DP-Performance so schwächlich ist, ein GF104 ist in Form der 460 genauso schnell, wie die 465 mit Fermi-Architektur. AMD hat seit der HD4000er Generation sehr sehr viel richtig gemacht, während NVidia noch die Fehler der Vergangenheit mit sich rumträgt. Ich denke deren nächster Chip wird auch bedeutsam kleiner ausfallen
2.) Phenocore 30.07.2010 - 11:46 Uhr
AMD-Chips können erstens ebenso GPGPU und können zweites auch Double Precission. Die GeForce-Karten basierend auf dem GF100 sind zudem in Bezug auf Double Precission Leistung beschnitten. Während bei Tesla und Quadrokarten die theoretische DP-Performance auf der Hälfte der SP-Performance liegt, ist sie bei GeForce GTX-Karten auf GF100-Basis nur 1/8 der SP-Performance. Bei GF104 ist die DP-Performance von Anfang an auf 1/12 der SP-Performance reduziert.
1.) Duplex 30.07.2010 - 11:17 Uhr
das liegt ehr daran das AMD ihre Chips net mit GPGPU zeugs vollstofen von den absolut kein normal sterblicher nutzen zieht

Nvidia sollte ihren doch so "modularen" chip so anpassen das die Geforce User eben nur einen reinen spiele chip haben und dann die Quadros können ruhig auf den GF-100 setzen da interessiert niemand den verbrauch

wärend AMD eben einen hervorragenden P/L verhältniss hat und das ist für den Otto-normalverbraucher einfach das beste da braucht niemand 500€ GPUs die Dubleprecision haben ect...