AMD startet "Open Stereo 3D"-Initiative

AMDAMD hat auf der GDC eine "Open Stereo 3D"-Initiative gestartet, die als Gegenentwurf zu Nvidias 3D Vision zu verstehen ist. So soll dank "Open Stereo 3D" ein offener stereoskopischer 3D-Standard geschaffen werden, der von allen Grafikkartenhersteller genutzt werden kann. Nvidia versucht dagegen derzeit mit 3D Vision, abermals ein proprietäres System zu etablieren, das ausschließlich für Besitzer von Nvidia-Karten nutzbar ist.

AMD Open Stereo 3D Initiative

Damit das Ganze auch offen funktioniert, will AMD nicht selbst die notwendigen 3D-Shutterbrillen anbieten, sondern den Partnern den Verkauf überlassen. Die entsprechenden 3D-Funktionen werden dann mittels der Catalyst-Treiber angesteuert. Wie bei Nvidias System sollen ebenfalls 120 Hertz-Displays genutzt werden, wobei die Grafikkarte abwechselnd ein Bild fürs linke und eines fürs Rechte Auge ausgibt, die dann jeweils mittels einer Shutterbrille ausgeblendet werden. So entstehen zwei 60 Hertz-Streams, die dem Betrachter das Gefühl von Räumlichkeit vermitteln, indem für jedes Auge ein leicht versetzter Betrachtungswinkel der 3D-Szene berechnet wird. Ein wichtiges Ziel dieser Initiative ist eine Senkung der Kosten, was für den Kunden nur wünschenswert sein kann. Gleichzeitig soll dann auch stereoskopisches 3D zusammen mit ATI Eyefinity funktionieren, ganz explizit als Gegenstück zu Nvidias 3D Vision Surround.

Die von AMD genannten Punkte lauten:

  • Work with ecosystem partners to enable multiple solutions
  • Encourage co-operation and standards development with industry-wide participation
  • More choice, more innovation, and lower cost


Damit wird nun deutlich, dass AMD offensiv gegen Nvidias verschiedene Grafikinitiativen vorgehen will. Denn nachdem man September 2009 schon eine "Open Physics"-Initiative als Gegenentwurf zu Nvidias PhysX ausgerufen hatte, die die Entwicklung einer freien GPU-beschleunigten Physik-API zum Ziel hat, legte man auf der GDC auch einen Gegenentwurf zu Nvidias "The Way it´s meant to be played" in Form von "AMD Gaming Evolved" vor. Nun ist also 3D Stereo an der Reihe.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Ankündigung von Epic, dass die Unreal Engine nun um Nvidias 3D Vision-Unterstützung erweitert wurde, wobei Nvidia wohl selbst den Hauptteil der Arbeit erledigt hat, um diese Möglichkeit in der Engine zu bieten. Inwiefern sich auf Basis dieser Entwicklungen dann auch andere 3D Stereo-Lösungen nutzen lassen, bleibt abzuwarten. Auch der kommende Shooter Metro2033, der intensiv verschiedene Nvidia-Techniken nutzt, wird eine Unterstützung für Nvidias 3D Vision bieten. Es wird dementsprechend Zeit, dass AMD anfängt, selbst die Initiative zu ergreifen und nicht jedes Mal wartet, bis Nvidia bereits mit proprietären Lösungen am Markt ist. Denn was die Software angeht, ist Nvidia momentan offenbar immer einen Schritt weiter - ganz im Gegensatz zur Hardware.


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1 Kommentar

1.) Phenocore 13.03.2010 - 21:33 Uhr
Das 3D mit Brillen funktioniert inzwischen auch wunderbar. Wir haben das ja auf der Cebit getestet, viele haben sich zwar irgendwie mehr erwartet und meinten ja dann auch, dass sie das nicht unbedingt bräuchten, aber da waren wohl die Erwartungen einfach zu hoch. Meine Erwartungen waren auch etwas höher, aber im Nachhinein denke ich, dass die Erwartungen auch unrealistisch waren. Ich hab mir ja auch Eyefinity auf 6 Bilschirmen angeschaut und das war jetzt auch nicht soo der burner, wie manche Webseiten schrieben, einfach nur großes Display, muss ich persönlich auch nicht unbedingt haben^^

Na-ja, um zurück zu 3D zu kommen: Insbesondere das eine Fussballspiel in 3D war super, da konnte man genau die Positionen der Spieler lokalisieren.
Weniger von 3D positiv beeinflusst waren für mich Bilder, die in 2D mit Farben bestechen, weil da einfach das 3D jetzt keinen weiteren positiven Reiz ausübt, das Bild lebt von der Farbe, nicht vom räumlichen Eindruck. Aufgefallen ist auch, dass bei schnellen Kameraschwenks es doch irgendwie unscharf wurde, in 2D ist das nicht so ausgeprägt. Das 3D Spiel auf dem Bildschirm des Nachbarns sah auch ganz gut aus.

Später hab ich dann noch bei 3D-Laptops vorbei geschaut und ich muss sagen, dass das nichts für mich ist. Ein 17-Zöller ist einfach zu wenig für 3D. Je kleiner das Display, desto stärker wird der Eindruck, man gucke in ein Aquarium, weil der Displayrahmen immer weiter in das Blickfeld rückt. Außerdem sollte man bei 3D-Stereo-Aufnahmen die Kameras in Augenabstand positionieren, nicht noch weiter auseinander. Man konnte an dem Laptop nämlich den 3D-Effekt in dem einen Spiel verstärken, in dem man die virtuellen Kameras immer weiter von einander positionierte. Wenn man ohne Brille bei dieser Justierung auf den Bildschirm schaut, dann werden die Bilder eines Objektes immer weiter auseinander gezogen. Mit Brille verstärkt sich auch der 3D-Effekt bei dieser Einstellung, allerdings bekam ich bei dieser Einstellung nach kurzer Zeit schon ein komisches Gefühl im Kopf. Das war einfach zu viel, das Hirn ist wohl einfach nicht darauf eingestellt, dass man seine Augen 30 cm auseinander hat. Genau dies wird aber simuliert, wenn die Kameras ein Objekt in Stereo-3D zeigen und die Kameras 30cm von einander entfernt sind.