Cebit: Insidernews aus der Speicherbranche

RamAuf der Cebit haben wir einige der ganz Großen aus dem Speicherbereich – unter anderem Corsair, Kingston, Patriot-Memory und A-DATA – nach ihrer Meinung rund um das Thema DDR3 und SSDs gebeten. Wir hoffen, Ihnen so einige Informationen bieten zu können, die man sonst nicht jeden Tag zu hören bekommt.

Als erstes wollten wir von den Herstellern wissen, ob und wenn ja wann sich DDR3-1600 als Standard durchsetzen wird, ähnlich wie es DDR2-800 seiner Zeit geschafft hat. Interessanterweise sind hier die Antworten sehr verschieden. So wurde uns beispielsweise einmal kommuniziert, dass man nicht innerhalb der nächsten 12 Monate damit rechne und die Entwicklung auch stark von den Speicherproduzenten abhängt. Andere schlossen sich den „nicht innerhalb eines Jahres“ an, verwiesen aber auf die CPU-Hersteller AMD und Intel, die DDR3-1600 beziehungsweise höhere Geschwindigkeiten nativ – sprich abseits von Intel XMP (Extreme Memory Profile) und AMD BEMP (Black Edition Memory Profile) – unterstützen müssen. Ein Hersteller stellte sich dann doch als Optimist heraus und wagte die Prognose, dass wir definitiv innerhalb der nächsten 12 Monate DDR3-1600 Speicher als Standard sehen und verriet ganz nebenbei, dass zumindest Intel wohl an „offiziellen“ DDR3-1600 -Support für die nächsten CPUs arbeitet. Zu AMD hatte man leider keine näheren Informationen, angesichts von XMP und BEMP scheint dies aber nicht allzu unwahrscheinlich.

Kunst oder kranker Autor?!

Für die „Man kann nie genug RAM im PC haben.“-Fraktion haben wir nachgefragt, ab wann 4 GiB-Module denn zum Standard werden. Die Antworten variieren hier weit weniger. Ein Hersteller ging noch von diesem Jahr aus, der Rest setzt eher auf einen Zeitraum von etwa 2 Jahren. Einig waren sich aber alle Hersteller, dass die Antwort hier bei den Produzenten der Chips zu suchen ist. Hier stehen vor allem kleinere Fertigungsprozesse und die Fertigungs-Kapazitäten im Gespräch, die den Preis maßgeblich verändern können.

Eine abschließende Frage zum Thema Speicher war wohl die mit wichtigste für den Endverbraucher. Haben wir das Maximum der Preise schon erreicht oder geht es noch höher? Hier wollte kein Hersteller eine wirkliche Prognose wagen, am Ende konnten wir doch jedem ein kurzes Statement entlocken. Die Antworten waren hier interessanterweise praktisch deckungsgleich. Auch hier liegt die Antwort bei den Chipherstellern, denn diese bestimmen maßgeblich den Preis des Endproduktes. Trotzdem erwartet man kurz bis mittelfristig noch einen weiteren Anstieg der Preise, gegen Ende des Jahres könnten die Preise dann langsam wieder fallen. Für DDR2-Speicher soll dies aber nur bedingt gelten, da die Produktion hier immer weiter zugunsten DDR3 heruntergefahren wird. DDR3 wird zudem auf immer mehr Low-End-Grafikkarten verbaut und treibt somit den Bedarf ebenfalls nach oben.

SSD vs. HDD

Abschließend wollten wir noch in Erfahrung bringen, ab wann denn SSDs für eine breite Anwendermasse geeignet wären. Wir haben uns hier auf einen Preis von etwa 100 bis 110 Euro für 64 GiB-MLC-Modelle im oberen Leistungsbereich entschieden. Ein wirkliches, eindeutiges Bild können wir hier leider nicht zeichnen, die Angaben schwanken von „ein bis zwei Jahren“ bis zu „fünf Jahre“. Die Branche sieht hier vor allem das Problem der anhaltend hohen und größer werdenden Nachfrage an NAND-Speicher, gerade von Größen wie Apple oder Smartphone-Herstellern. Auch gab es vereinzelt schon Bedenken, inwieweit sich der Markt verändert, wenn die Größen wie Western Digital oder Seagate voll mit einsteigen.


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2 Kommentare

2.) N1truX 08.03.2010 - 10:01 Uhr
Bei so tollem Feedback macht man das doch immer wieder gerne :)
1.) mieze 08.03.2010 - 09:12 Uhr
Wow, da möchte ich mich doch bei euch für eure Mühen und doch interessanten Ergebnisse danken. Im Grunde genommen kam zwar nichts überrachendes oder neues heraus, dennoch ist es schön mal was anderes zu lesen als nur "nackte" Daten und Benchmarks. TOP!