Nvidia stellt zweite Ion-Generation vor

NvidiaNvidia hat heute die zweite Generation seiner Ion-Plattform für Intels Atom vorgestellt. Allerdings bezeichnet Ion nun keinen kompletten Chipsatz mehr, sondern lediglich eine sparsame externe Grafikkarte für Intels Atom der zweiten Generation - Codename Pinetrail. Da Nvidia eine Lizenz für DMI fehlt, das bei Pinetrail den alten FSB abgelöst hat, mussten Pläne für einen eigenen Chipsatz aufgegeben werden. Stattdessen bewirbt man nun mit Optimus eine vollautomatische Umschaltung zwischen Intels GMA 3150 und der eigenen Ion-Grafik.

Prinzipiell soll der neue Ion in drei Versionen erhältlich sein. Für kleine Netbooks unter 12 Zoll gibt es eine Variante mit 8 Shaderprozessoren, für Netbooks ab 12 Zoll eine Variante mit 16 Shaderprozessoren. Eine weitere Version mit ebenfalls 16 Shadereinheiten ist dann für Nettops gedacht und entspricht weitgehend der Geforce G210.

Allerdings ist die mögliche Anbindung bei der Pinetrail-Plattform sehr schmal, was externen Grafiklösungen enge Grenzen setzt. So wird die Grafikkarte bei den neuen Atoms über eine einzelne PCIe 1.1-Lane an den Chipsatz NM10 angebunden, von denen bei Pinetrail insgesamt nur vier zur Verfügung stehen. Das reduziert die Bandbreite auf mickrige 250 MB/s - zum Vergleich: ein PCIe 2.0-Steckplatz mit vier Lanes bietet immerhin 2 GB/s. Das stellt eigentlich Nvidias Optimus-Technologie für die Grafik-Umschaltung vor ein Problem, denn dabei müssen die Framebuffer-Daten zwischen der integrierten Intel-Grafik und Ion kopiert werden, um ein Bildflackern beim Wechsel der Grafikkarten zu verhindern. Schon bei einer Auflösung von 1366 mal 768 Pixeln würde man so allerdings an die 250 MB/s Grenze stoßen. Nvidia will dieses Problem aber irgendwie in den Griff bekommen haben und meint, dass selbst 1080p kein Problem für Optimus darstellt, wie das genau funktioniert, sagte man allerdings nicht. Ob eventuell die Performance der Grafikkarte hier leiden wird, bleibt abzuwarten, denn prinzipiell schmälert Optimus die sowieso schon knappe Bandbreite. Für die hardwarebeschleunigte Videowiedergabe und ältere 3D-Titel sollte die Anbindung aber doch reichen und gerade über die Videobeschleunigung dürften sich viele Netbook-Nutzer freuen.

Nvidia ION1 - ION2 Unterschiede

Optimus funktioniert generell nur unter Windows 7, weshalb die Hersteller bei Ion-basierten Netbooks und Nettops auf dieses Betriessystem setzen werden, allerdings nicht in der für Netbooks üblichen Windows 7-Starter-Edition. Es soll das volle Windows 7 Home Premium zum Einsatz kommen und Nvidia betont auch gleich die vielen Vorteile, die man mit Home Premium gegenüber der Starter-Edition hat. So enthält die Starter-Edition kein Aero, kein Media Center und damit auch keine HD-Codecs und auch keine Möglichkeit zum Wechseln des Desktop-Hintergrunds. Dies alles bietet aber die Home Premium -Version, was sich allerdings wohl auch im Preis der Geräte niederschlagen dürfte.

Für den neuen Ion gibt es mit Sicherheit einen großen Markt, da damit die Atom-Plattform um wichtige Multimedia-Features ergänzt wird. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Hersteller nun ohne großen Aufwand Varianten der Netbooks mit und ohne Ion anbieten können, weil nicht mehr die komplette Plattform überarbeitet werden muss. Acer hat beispielsweise schon eine Ion-Version seines Aspire One 532 alias 532G angekündigt. Die große Frage bleibt momentan noch der Preis der Geräte im Vergleich zu Pinetrails-Netbooks ohne Ion.


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