Neues vom SSD-Markt

FestplatteIm September berichteten wir über Intels Vorstoß auf den langsam in Fahrt kommenden Solid-State-Disk-Markt, welcher nach fast zwei Jahren endlich wieder große Gewinnmargen für die Speicherhersteller verspricht. Auch möchte Intel zusammen mit Micron seine Marktanteile ausbauen.
Intels X25-M konnte in ersten Tests überzeugen und erreichte ca. 200 MB/s beim Lesen sowie ca. 75 MB/s beim Schreiben, was grob den Herstellerangaben (250 MB/s Read, 75 MB/s Write) entspricht. Das einzige Problem, das bis heute besteht, ist die Verfügbarkeit der neuen SSDs. Die X18-M (1.8“-Version) ist breit verfügbar und für circa 460 Euro erhältlich, die X25-M ab circa 475 Euro, aber so gut wie nicht lieferbar. Auch der Preis pro Gigabyte ist mit 5 bis 6 Euro noch sehr hoch.

Genau an diesen Punkten will der US-amerikanische Hersteller OCZ-Technology (bekannt als OCZ) mit der neuen Vertex Serie angreifen. Diese soll weder die aktuelle Core-Series V2 noch die Solid-Series ersetzen, sondern den High-End-User zufriedenstellen. Dazu verbaut OCZ jetzt 32 MiB (30- bis 60-GB-Version) bzw. 64 MiB (120- bis 250-GB-Version) Cache auf den Platinen und kann so nach eigenen Angaben die Zugriffszeit von ehemals 0,2 bis 0,3 Millisekunden auf weniger als 0,1 Millisekunden senken. Dazu kommen neue Entwicklungen bei der Architektur und dem Controllerdesign, welche die Schreib- und Lesegeschwindigkeit von ehemals 98 bzw. 170 MB/s auf 160 bzw. 200 MB/s anheben und wahrscheinlich auch für die verbesserten Zugriffszeiten mitverantwortlich sind.
Dazu ist die Vertex-Series mit ca. 3,30 bis 4 Euro pro GB auch günstig zu haben und verfügbar. So kostet OCZs 120GB Vertex circa 60 Euro weniger als Intels X18-M (80 GB).

Trotz der recht schlechten Verfügbarkeit will man laut HardTecs4U bei Intel schon den nächsten Schritt gehen und wird im Januar die Produktpalette um ein 160-GB-Modell erweitern. Wieder ebenfalls eins im 2,5“- sowie eines im 1,8“-Format. Der Preis soll sich bei circa 740 Euro bewegen.

Weitere Einblicke in die Zukunft der SSDs gewährte xtremesystems.org User und seines Zeichens OCZ-Mitarbeiter, „Tony“ in einem sehr interessanten Bericht vom 18. Dezember über die neue OCZ Apex-Series. Diese wurde bisher als Nachfolger der aktuellen Core-Series V2 entwickelt (und wird den gleichen Markt bedienen), allerdings war man bei OCZ der Meinung, dass man aufgrund der vielen Neuerungen einen neuen Namen suchen sollte. Die Apex-Series setzt demnach nicht mehr auf den alt bekannten Jmicron-Controller, sondern wird wesentlich stärker vom Mainboard-Controller abhängen und mit einem internem Raid0 aufwarten. Erste Tests bescheinigen die starke Controllerabhängigkeit. So wurden auf Intels ICH8m nahezu 200 MB/s Lese- bzw. 140 MB/s Schreibgeschwindigkeit erreicht. Bei einem Nvidia-basiertem HP Pavillion 9000 waren es „nur“ ca. 160 MB/s beim Lesen und ebenfalls ca. 140 MB/s beim Schreiben. Anscheinend ist Apex eine parallele Entwicklung zum Vertex, soll sich laut Nordichardware preislich aber nur leicht über der Core-Series V2 orientieren.

Auch Toshiba meldet sich zurück und kann dank neuer 43-Nanometer-Fertigung die Packdichte erhöhen und bietet nun SSDs mit bis zu 512 GB Speicherkapazität an, wie die Seite PCMasters berichtet. Dazu soll die Geschwindigkeit bei bis zu 240 MB/s (Lesen) bzw. 200MB/s (Schreiben) liegen. Preise nannte das Unternehmen nicht, allerdings dürften sich diese bei etwa 1000 Euro und mehr (bei bisherigen Euro/GB) orientieren. Natürlich sind auch kleinere Varianten ab 64 GB für einen entsprechend kleineren Preis in Planung.

Kurz vor Erscheinen dieses Artikels berichten die Kollegen von Winfuture, dass der vor allem von Arbeitsspeicher und Speicherkarten bekannte Hersteller Kingston Technology mit in den SSD-Markt einsteigen wird. Die benötigten Speicherchips sollen von Intel kommen, da laut Davin Sun (Mitbegründer von Kingston) für die geplanten Stückzahlen (ca. 10.000 SSDs/Monat) und aufgrund umfassender Patentlizenzierung eine eigene Produktion nicht zu rechtfertigen ist.

Wir dürfen gespannt sein, wie es weitergeht auf dem SSD-Markt und ob sich der nun zunehmende Wettbewerb auf die Preise beim Endkunden auswirkt.

Anmerkung: Alle genannten Preise und Verfügbarkeiten beziehen sich auf den 23. Dezember 2008 von schottenland.de.


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6 Kommentare

6.) N1truX 27.12.2008 - 19:58 Uhr
Naja bei USB3 ist die Chance das die Firmen anfangs Treiber für XP anbieten sicherlich nicht schlecht. Und bei den Controllern sind ja AMD, Intel und Co. gefragt ;)
5.) LGEEE 27.12.2008 - 19:10 Uhr
RAID-0 nicht vergessen für HDD's.

eXEC:
Ich behaupte jetzt aber mal, dass SSDs die Systempartitionen der Zukunft sind und in 5 Jahren praktisch jeder gute PC das Betriebssystem auf einer SSD gespeichert hat.


Schliesse mich dieser Behauptung an. (Noch) keine sichere Datenlöschvorgänge für SSD's. In einem Jahr fang ich dauerhaft mit SSD an.

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Was mich ärgert ist, dass Microsoft keine Unterstützung anbieten will für USB 3.0 und Windows XP. Damit werde ich 2010 zu Windows 7 gezwungen.
4.) N1truX 27.12.2008 - 13:02 Uhr
Soweit richtig. Nur haben viele SSDs leider das Problem, dass sie gerade bei vielen kleinen Datein aufgrund der noch nicht optimierten Controller einbrechen (bei den Zugriffszeiten wie der Transferrate). Es sin ja noch ein paar Jahre zeit^^
3.) eXEC 27.12.2008 - 12:39 Uhr
Natürlich gibt es neue Techniken wie NCQ, aber die Zugriffszeit ist praktisch gleich geblieben, bzw. hat sich nur minimalst verbessert...

Der maximale Datendurchsatz ist natürlich hervorragend, aber der interessiert eigentlich selten, beim Laden von Betriebssystem und Anwendungen werden ja viele kleinste Dateien geladen, mit wenigen KB. Und hier ist die Zugriffszeit viel zu hoch. Im Schnitt haben Platten eine Zugriffszeit von 9 ms...
Wie der Bericht erklärt, haben z.B. die neuen Platten von OCZ eine Zugriffszeit von weniger als 0,1 ms.... Da wäre der Flaschenhals wohl weg =)

Wobei die SSDs insgesamt längst nicht ausgereift sind. Einige haben überhaupt keinen Cache, andere einen 0815-Standard-Speichercontroler, uvm...
Es fehlen einfach noch Optimierungen und Preisanpassungen bis das Produkt marktreif ist.

Ich behaupte jetzt aber mal, dass SSDs die Systempartitionen der Zukunft sind und in 5 Jahren praktisch jeder gute PC das Betriebssystem auf einer SSD gespeichert hat.
2.) N1truX 27.12.2008 - 02:12 Uhr
Danke ;)

Naja HDDs haben sich schon etwas verändert, siehe Perpendicular Recording, NCQ usw. - Aber von grund auf ist das Problem ein anderes. Vor ca. 8-9 Jahren hatte ich mir nen Rechner mit 8 GB HDD geholt und die HDD hatte schätzungsweise 10-20 MB/s an Tempo. Vor ein paar Tagen hab ich mir eine 1.5 TB Seagate bestellt und die schafft ca. 120 MBs. Also ca. 10 mal schneller, aber fast 190 mal größer. Und so geht es seit Jahrzehnten. Man könnte an Magnetspeichern festhalten, wenn das Tempo schnell genug mitwachsen würde...
1.) eXEC 27.12.2008 - 01:52 Uhr
Guter Bericht!
SSDs sind imho eine enorme Verbesserung, denn seit etwa 20 Jahren hat sich an der HDD nichts geändert, außer mehr Speicher, mehr Cache, mehr Durchsatz. Die Zugriffszeit und Umdrehungsgeschwindigkeit stagniert und bei praktisch jedem System limitiert beim Starten von Anwendungen, sowie beim Boot und Shutdown die HDD.

Mir persönlich ist diese Technik aber noch !viel! zu teuer! Wenn überhaupt macht das sowieso nur bei einer Systempartition sinn, aber für 80 GB würde ich keine 250€ hinblättern.