Intel Larrabee: 32x Pentium P54C?

IntelUnter dem Codenamen „Larrabee“ entwickelt Intel seit einiger Zeit eine Grafikkarte, die dafür prädestiniert sein soll, Raytracing darzustellen. Wie nun Justin Rattner, Intel-Entwickler, gegenüber den Kollegen von „c't“ bekannt gab, werden sich unter dem Chassis 32 überarbeitete Pentium 54C-Kerne verstecken, die Intel 1994 schon einmal – damals natürlich noch einzeln – verkaufte.

„Larrabee“ wird also weniger im klassischen Sinne eine Grafikkarte, sondern vielmehr der erste Intel-Many-Core-Prozessor. Dennoch soll er sich hervorragend für „Visual Computing“ eignen.
Intel ließ bereits durchblicken, dass man dem Chip eine 512-Bit SIMD-Einheit spendierte; ob man auch FP-Pipelines eingebaut hat, die Out-of-Order-fähig sind und wie es mit Register-Renaming und speculative Execution ausschaut, bleibt aber unbekannt. Dies sind alles heute gängige Technologien, die dem damaligen Pentium P54C fehlten.

Die insgesamt 32 Pentium P54C-Chips werden selbstverständlich im modernen 45 nm-Prozess gefertigt. Trotzdessen wird allerorts gemunkelt, dass der Chip im Ganzen an die 300 Watt schluckt. Wäre dies vor wenigen Monaten noch eine „Horror-Meldung“ gewesen, scheint es jetzt, als würde man sich eigentlich nur an der Konkurrenz orientieren, die ihrerseits inzwischen ähnliche Strommonster im Angebot hat (GTX 280: 236 W, HD 4870 X2: 275 W).

Intel wird seinen in grafintensiven Anwendungen zum Einsatz kommenden Many-Core-Prozessor vermutlich noch Ende dieses Jahres vorstellen. Auf dem Intel Developer Forum Fall 2008 könnten bereits die größten Neuerungen gelüftet werden.
Dass Intel weit in die Vergangenheit reist, um Neues zu entwickeln, ist nicht neu. Auch die hiesige Core 2-Architektur stammt bekanntermaßen größtenteils vom Pentium III ab und es scheint, als würde Nehalem in eine ähnliche Richtung zu gehen, ohne aber die Vorzüge der Pentium IV-Architektur sträflich zu vernachlässigen.


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