VIA stellt neue CPU-Architektur "Isaiah" vor

ProzessorenVerzögerungen bei Einführungen neuer Architekturen sind nicht nur ein Problem der großen Hersteller: Ursprünglich war sie für 2006 angekündigt, nun ist es 2008 und endlich soll sie kommen: VIAs neue CPU-Architektur mit dem Namen "Isaiah". Per Pressemitteilung gab VIA heute Details über die neuen Prozessoren heraus, die der Hersteller in den nächsten Jahren fertigen möchte.

Der dritte im Bunde der verbliebenen x86-Prozessoren produzierenden Hersteller macht damit die Möglichkeiten zur Umstellung auf 64-Bit komplett. Isaiah unterstützt ebenfalls die x86-64-Erweiterung. Des Weiteren hat VIA auch weitere Befehlserweiterungen im Vergleich zum Vorgänger C7 hinzugefügt (welcher bereits SSE3 und NX-Bit unterstützt). Bessere Virtualisierungstechniken und neue SSE-Features sollen dabei sein. Außerdem hat VIA neue Mechanismen integriert, durch die die Leistungsaufnahme stark abgesenkt werden soll - unter Idle, unter Last und auch in Zwischenstufen.

Besonders stark verbessert worden ist die Gleitkommaeinheit (FPU) der neuen Generation. Die FPU hat neben der Integer-Einheit stark Einfluss auf die Leistung eines CPU-Kernes. Der Hersteller aus Taiwan bewirbt sie als die schnellste x86-Gleitkommaeinheit der Welt, und gegenüber der Core-Architektur braucht sie bei Additionen und Multiplikationen auch mindestens einen Takt weniger. Beim VIA C7 war die Gleitkommaeinheit noch die größte Schwachsteller des Designs. Wie es auch AMD bei der K10-Architektur und Intel bei der Core-Architektur getan hat, vergrößert VIA die Verarbeitungsbreite der SSE-Einheiten auf 128 Bit.

Der erste Prozessor, welcher aber dem zweiten Quartal 2008 käuflich zu erwerben sein soll, wird in 65nm gefertigt und besitzt 1024 KiB L2-Cache (zum Vergleich: VIA C7 - 128 KiB). Er soll mit bis zu 2 GHz Takt und einem Front Side Bus zwischen 200 MHz (FSB800) bis 333 MHz (FSB1333) ausgeliefert werden (C7: FSB400 - FSB533). Die CPU ist pinkompatibel zum Sockel 479 (VIA C7 und Intel Pentium M) und fasst rund 95 Millionen Transistoren bei einer Die-Size von ca. 70 mm².

Auch eine Dual-Core-Version der neuen Architektur ist in Planung, welche dann voraussichtlich in 45nm-Technik gefertigt wird. Ein geplantes Erscheinungsdatum für diese Variante ist allerdings noch nicht bekannt - und Verzögerungen sind bekanntlich nicht nur ein Problem größerer Hersteller.


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3 Kommentare

3.) Streamline 24.01.2008 - 21:32 Uhr
@Stangmar: Für den Low-End-Markt, Einsätze mit besonders stromsparenden CPUs oder ähnlichem. In den letzten Jahren haben sie allerdings auch hier am Boden verloren, da das Centaur-Design (VIA Cyrix III, VIA C3 und VIA C7) einfach immer weiter veraltete.

Hier z. B. mal noch ein Notebook mit VIA-CPU in einem deutschen Shop:
http://www.one.de/shop/one-notebook-via-c7-p-2401.html


Da das jetzt eine neue Architektur ist habe ich die Hoffnung, dass VIA ein kleines bisschen zurück kommt ... wenn auch nur ein kleines bisschen. Sie klingt nämlich keinenfalls schlecht, ich hoffe die Dual-Core-Variante verzögert sich nicht zu lange. Deren Design-Team ist einfach zu klein. :-(
2.) Stangmar 24.01.2008 - 20:53 Uhr
Für welchen Teil des Marktes produziert VIA eigentlich?
Ich habe nämlich ehrlichgesagt noch nie einen PC mit VIA Prozessor gesehen
1.) Luk Luk 24.01.2008 - 20:40 Uhr
Da tut sich ja doch was bei VIA, schade drum, dass VIA keine schnellen CPU's produziert, sondern nur langsame, mit 95mio Transistoren, sehr magere CPU's herstellt. VIA hat ja meiner Meinung nach viel zu wenig Geld, um mit Intel oder AMD konkurrieren zu können.