Migranten kommen in Italien an: mehr als 1.000 Flüchtlinge in wenigen Stunden

Ab: 24.07.2022 16:06 Uhr

In Süditalien trafen in kurzer Zeit mehr als 1.000 Flüchtlinge ein, die von der Küstenwache auf See gerettet wurden und per Boot die kleine Insel Lampedusa erreichten. Hunderte warten noch auf Rettungsschiffe.

Innerhalb weniger Stunden waren mehr als 1.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer in Richtung Europa in Italien angekommen. Ein Schiff der Handels- und Küstenwache hat am Samstag mehr als 600 Menschen aus einem überfüllten Boot gerettet, das 200 Kilometer vor der Küste Kalabriens trieb, teilte die Küstenwache mit. Dort wurden auch fünf Leichen gefunden. An verschiedenen Häfen in Süditalien gingen Menschen an Land.

Zudem kamen allein am späten Samstagabend mehr als 550 Menschen auf 15 Booten auf der italienischen Insel Lampedusa an. Sie sollen in Tunesien und Libyen gestartet sein. Nach italienischen Angaben ist die für 300 Personen ausgelegte Aufnahmeeinrichtung in Lampedusa stark überfüllt. Derzeit leben dort 1200 Menschen.

Rettungsorganisationen haben berichtet, dass Hunderte von anderen gerettet wurden

Die Rettungsorganisation Sea Watch sagte, sie habe am Samstag bei mehreren Einsätzen auch mehr als 400 Menschen gerettet. SOS Méditerranée sagte, es habe 87 Menschen aus einem überfüllten Schlauchboot geholt. Den Angaben zufolge warteten Hunderte darauf, an den Strand gehen zu dürfen.

Auf der Mittelmeerroute sind bisher fast 1.000 Menschen gestorben

Nach Angaben des römischen Innenministeriums sind in diesem Jahr bisher 34.000 Menschen über die Mittelmeerrouten in Italien angekommen, eine viel größere Zahl als in den beiden vorangegangenen Jahren.

Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) ist das Mittelmeer die gefährlichste Route für Flüchtlinge weltweit. Nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration sind seit Jahresbeginn 990 Menschen am Grenzübergang gestorben oder verschwunden.

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