Bundeswehrmandat: Lambrecht stellt Malis Mission in Frage

Beginn: 04.09.2022 20:07 Uhr

Der Militärrat mit engen Verbindungen zu Russland, das mutmaßliche Massaker der malischen Armee: Die Zukunft des Bundeswehreinsatzes in Mali wird immer fraglicher. Während des Besuchs äußerte Verteidigungsminister Lambrecht erneut seine Zweifel.

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht stellte erneut das verstärkte Engagement der Bundeswehr im Falle der Krise in Westafrika in Frage. Der SPD-Politiker sagte nach dem Besuch deutscher Soldaten in Mali, dass die Werte der malischen Militär-Übergangsregierung nicht mit denen Deutschlands übereinstimmten. Seit dem Putsch im vergangenen Mai wird das Krisenland von einer Militärjunta geführt, die enge Beziehungen zu Russland unterhält.

„Dann sehe ich für diesen Staat auch keine Zukunft.“

Durch die Teilnahme an der EUTM-Ausbildungsmission, sagte Lambrecht, bilde Deutschland malische Soldaten aus, die dann mit russischen Streitkräften und möglicherweise Söldnern zur Arbeit gehen und möglicherweise Verbrechen oder Menschenrechtsverletzungen begehen. „Dann widerspricht es unseren Werten. Danach sehe ich auch für dieses Mandat keine Zukunft mehr“, sagte der Minister.

Lambrecht forderte Ende März eine unabhängige Untersuchung einer malischen Militäroperation in der Innenstadt von Mora. Laut Human Rights Watch sollen malische Soldaten schätzungsweise 300 Zivilisten hingerichtet haben, von denen einige verdächtigt wurden, islamistische Kämpfer zu sein – möglicherweise in Zusammenarbeit mit russischen Streitkräften.

Der Bundestag beschließt Ende Mai

Lambrecht sagte, eine transparente und vollständige Aufklärung des Verbrechens sei die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit mit Deutschland, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen. Im Fall der UN-MINUSMA sollte Deutschland überlegen, ob und wie die Fähigkeiten Frankreichs nach dem geplanten Abzug seiner Streitkräfte aus Mali ersetzt werden können, damit die Sicherheit der deutschen Soldaten gewährleistet ist.

Lambrecht sagte, das Hauptaugenmerk liege auf Fähigkeiten wie der medizinischen Versorgung, dem Einsatz von Kampfhubschraubern und der Sicherung des Flughafens in Gao. Man arbeite „unter Hochdruck an einer Lösung“. Ende Mai will der Bundestag über die Verlängerung des Mali-Mandats entscheiden.

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