Test: Sapphire HD 385028. Dezember 2007

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Einleitung

ATi hat es binnen sechs Monaten vollbracht, eine "neue" Architektur, die auf dem zweiten Blick jedoch vielmehr ein bitternötiger Refresh der aktuellen HD-2000-Serie ist, aus dem Ärmel zu zaubern. Die Schlagworte der neuen Architektur: DirectX-10.1-Fähigkeit, PCI-Express-2.0-Unterstützung, Unified Video Decoder (UVD) und 55nm-Fertigungsweise. In der Summe, rechnet man noch die verbesserte Pro/MHz-Leistung insbesondere beim Umgang mit Anti-Aliasing sowie anisotropischer Filterung mitein, durchaus Neuerungen, die über einen gewöhnlichen Refresh-Chip hinausgehen. Daraus direkt eine komplett neue Serie zu machen, mag übertrieben sein, doch das Image der Radeon-HD-2000-Serie war bereits zu stark angekratzt, als dass man mit künftigen Produkten das Ruder noch zum Guten hätte umreißen können.

Sapphire Radeon HD 3850

Die Radeon-HD-3000-Serie besteht momentan aus zwei Mitgliedern, der Radeon HD 3870 sowie Radeon HD 3850. Die sich jeweils nur von den Taktfrequenzen unterscheidenden Modelle siedeln sich im Performance- (HD 3870) bzw. Mainstream-Sektor (HD 3850) an und bieten dort ein vollzügliches Preis/Leistungsverhältnis, das nicht von ungefähr kommt.

Einerseits wird der Chip bereits im 55nm-Verfahren gefertigt - kein anderer Grafikchip wird derzeit in so fortschrittlicher Fertigungsweise hergestellt -, andererseits verfügt er über "nur" 666 Millionen Transistoren. Daraus ergibt sich eine Chipfläche von gerade einmal 192 mm². Diese ist damit weniger als halb so groß wie die des R600 (408 mm²), dementsprechend ist die Produktion, sofern die Yield-Rate dieselbe ist, ebenfalls nur halb so kostenintensiv. Der RV670 ist der wirtschaftlichste Chip, den es momentan gibt - so viel vorweg.

Sapphire Radeon HD 3850 Rückseite

Für den heutigen Test ist der "kleine" RV670 aka ATi Radeon HD 3850 vorgeladen worden. Dessen offizielle Preisempfehlung beläuft sich auf gerade einmal 150 Euro. Kann er sich trotzdem gegen die "Großen" durchsetzen? Schließlich schlummern weiterhin 320 vollwertige Streamprozessoren unter der Haube. Um dieser Frage nachgehen zu können, hat uns Sapphire freundlicherweise ein Testsample, welches wir nun auf Herz und Nieren überprüfen wollen, zugesandt. Vorab noch ein Wort zu den nachfolgenden Testergebnissen: Die HD 3850 wird in unserem Parcour vermutlich oftmals nur den letzten Platz belegen, allerdings ist dies lediglich darauf zurückzuführen, dass die anderen Testprobanden teils deutlich teurer sind - ausführlich werden wir uns dieser Problematik am Fazit zuwenden.

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