AMD plagen Lieferschwierigkeiten

AMDAls AMD im Sommer dieses Jahres den Kontrakt mit Dell bestätigte, waren sich alle einig, dass dies ein ganz großer Schachzug der Kalifornier gewesen sei. Mittlerweile sieht man dies ein bisschen anders, vor allen Dingen AMDs Kunden und Distributoren, die sich über die Partnerschaft sicherlich schwarz ärgern dürften. Unheil des ganzen ist, dass kaum noch Prozessoren an die kleinen Partner gehen und wenn - so wird berichtet - sind es nur veraltete Sockel 939 CPUs. AMD selbst nahm zur Misere schon Stellung und betonte, dass es Lieferschwierigkeiten gäbe, diese aber nicht auf Dell zurückzuführen wären. Von welcher Natur sie dann kommen, wollte AMD aber auch nicht beantworten. Insofern ist große Skepsis geboten.

Leittragende sind im Endeffekt aber nicht nur die Distributoren, sondern auch wir, die normalen Kunden. Man kann stark davon ausgehen, dass sich die Lieferengpässe schon in baldiger Zukunft auf den Preis auswirken. Wir würden an dieser Stelle gerne Besserung geloben, allerdings schaut es im Moment ganz und gar nicht danach aus. Ein großer, nicht genannter AMD Distributor wird mit folgenden Worten zitiert: "Der eigene Lagerbestand an AM2-Prozessoren geht gegen Null zu und ein Zeichen der Besserung ist nicht in Sicht". Solche heftigen Aussagen geben zu spüren, dass es momentan bei AMD kräftig brodelt.

Abhilfe könnte unserer Meinung nach die Umstellung auf die 65nm Technologie schaffen, die schon seit einigen Monaten angelaufen ist und noch dieses Jahr erste Chips hervorbringen sollte. Dass AMD in die eigentlich für ein Unternehmen "günstige" Lage gekommen ist, hätte wohl niemand erwartet, nachdem Intel seine außerirrdische Core-Microarchitektur, die Konkurrent AMD wie einen Mitläufer aussehen ließ, vorgestellt hatte. Zur Neutralisierung des Ganzen lässt sich noch ergänzen, dass auch Intel derzeit die ein oder andere Holprigkeit bei den Lieferungen hat. Taiwanische Computerhersteller berichteten erst jüngst, dass eine CPU-Knappheit sowohl bei AMD als auch Intel vorläge. Falls sich diese Situation bis Weihnachten nicht bessern sollte, dann eine schöne Bescherung!


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