Zukünftig keine AMD FX-Prozessoren mehr?

AMDMit der offiziellen Vorstellung der Richland-Prozessoren hat der US-amerikanische Prozessorhersteller AMD seine Produktpalette lediglich geringfügig verbessert. Möglicherweise wollte das Unternehmen aus Sunnyvale auf diese Weise die starke Grafikeinheit Iris Pro 5200 der Haswell-Mikroarchitektur abfangen. Dennoch arbeitet AMD unter Hochdruck bereits an der nächsten APU-Generation, die unter der Bezeichnung Kaveri läuft. Auf der diesjährigen Computex präsentierte AMD erstmals funktionstüchtige Kaveri-Samples und kündigte an, dass erste marktfertige Produkte bereits im vierten Quartal erscheinen sollen. Die offizielle Vorstellung der Kaveri-Prozessoren hat sich inzwischen allerdings um ein Jahresviertel nach hinten verschoben.

Vor ungefähr drei Wochen veröffentlichte AMD die neuen Centurion-Prozessoren, die mit einer Taktfrequenz von maximal 5,0 GHz daherkommen. Der FX-9590 und der FX-9370 haben sich längst die Performance-Krone unter den aktuellen Desktop-Prozessoren des Unternehmens aufgesetzt, doch den Produkten der Konkurrenz sind sie weiterhin unterlegen. Im wichtigen Performance-Bereich verliert AMD seit geraumer Zeit Marktanteile, weswegen der Prozessorhersteller seine FX-Prozessoren möglicherweise aufgeben wird.

AMD-Schema Modul-Bauweise

Die oftmals gut informierten Kollegen von VR-Zone.com berichten unter Berufung auf AMD-Dokumente für den OEM-Markt, dass das Unternehmen die FX-Prozessoren einstellen wird. Die Produkte seien im Performance-Bereich nicht konkurrenzfähig, weswegen der Prozessorhersteller den Fokus ausschließlich auf seine Accelerated Processing Units (APUs) richten möchte. Zumindest in dieser Disziplin sei AMD dem Branchenriesen Intel noch ebenbürtig und teilweise sogar überlegen.

Wir betrachten diese Informationen allerdings skeptisch, denn weil AMD weiterhin Produkte für den Server-Bereich bringen wird, kann das Unternehmen auf die Entwicklung performanter CPUs eigentlich nicht verzichten. Vom Opteron- zum FX-Prozessor ist es letztendlich kein wirklich weiter und vor allem kein allzu kostspieliger Weg, weswegen AMD im Falle eines Rückzugs aus dem Performance-Bereich trotz schlechter Verkaufszahlen auf gewisse Einnahmen verzichten würde.

Darüber hinaus verspricht sich der Prozessorhersteller viel von den kommenden Mikroarchitekturen Steamroller und Excavator. Wie eine japanische Internetseite unlängst berichtete, sollen die mit den Kaveri-APUs kommenden Steamroller-Module sogar einen Wendepunkt darstellen. Wir halten es für denkbar, dass AMD die aktuellen FX-Prozessoren in Zukunft durch APUs mit acht Kernen ersetzen wird (hier spekulieren wir natürlich nur), doch wir gehen nicht davon aus, dass sich das Unternehmen vollständig aus dem Performance-Bereich zurückziehen wird.


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