Komplett-PC vs. Eigenbau

Gehäuse & KühlungKomplett-PC oder ein Computer der Marke Eigenbau? Diese Frage ist nicht einfach zu klären, und auch das Budget spielt natürlich eine große Rolle beim Einkauf. Wir haben gleich mehrere Preisklassen verglichen und klären dabei die Frage, welche Art von Computer für welche Anwendergruppe am besten geeignet ist - und ob es "die beste Lösung" überhaupt gibt.

Einsteiger PC bis 500 Euro
Vergleichen wir zunächst einen Computer im Selbstbau für 500 Euro mit einem ebenso teuren Komplett-PC, wie er beispielsweise bei Fachhändlern wie Arlt Computer zu finden ist. Die Kosten von 500 Euro sind dabei jedoch nur ein Richtwert, denn einige Euros mehr oder weniger könnte so ein PC durchaus kosten. Auch sind Kosten für einen Monitor und Peripheriegeräte bei beiden Modellen nicht mit eingerechnet.

Der Komplett-PC
Für einen vergleichsweise niedrigen Preis sind natürlich keine Wunder zu erwarten: Ausgestattet mit Dual-Core-fähigen Pentium-Prozessoren, vier Gigabyte DDR3-RAM und einer integrierten Grafikkarte von Intel, eignen sich diese PCs vor allem für Office-Tätigkeiten. Modelle in diesem Preisrahmen sind jedoch immerhin schon mit meist sehr üppig dimensionierten Festplatten ausgestattet - 2.000 Gigabyte sind keine Seltenheit -, so dass auch Multimediafreunde hier schon genauer hinschauen dürfen. Für alle 3D-Anwendungen (wie beispielsweise Spiele) muss jedoch mindestens die Grafikkarte ausgetauscht und gegen ein potentes Radeon- oder GeForce-Modell ausgetauscht werden. Auch für Schüler ist dies übrigens eine gute Lösung, denn für Wikipedia, Facebook und Co reicht die Leistung natürlich allemal.

Der Eigenbau-PC
500 Euro lassen auch den Bastlern nicht viel Spielraum: Bei sparsamer Kalkulation und ausgestattet mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher, einer Radeon HD 6570 von AMD, einem Athlon II X2 als CPU, einem Mainboard von ASRock und einer Festplatte mit einem Terabyte Speicherkapazität von Western Digital, kommt diese Lösung auf einen vorläufigen Preis von etwa 270 Euro - und darin sind die Kosten für das Gehäuse sowie die Kombination aus Tastatur und Maus noch nicht enthalten, ganz zu schweigen von eventuellen optischen Laufwerken sowie Sonderwünschen wie Sound- oder Netzwerkkarten und Kühlern für CPU & Co.

Da diese Komponenten häufig schon im Haushalt vorhanden sind, kann jedoch schwer abgeschätzt werden, wie sich diese auf den letztendlichen Preis auswirken. Wer bereits auf das Gehäuse, Netzteil sowie ein Betriebssystem des alten Rechners zurückgreifen kann, kann sich durchaus eine spieletaugliche Grafikkarte aus dem Mittelklassesegment zulegen.


Die Luxusausgabe für 1.500 Euro
Wer etwas mehr Geld investieren will, wird dafür auch belohnt: In diesen preislichen Regionen wird eine Leistung geboten, welche für alle Ansprüche ausreichen sollte. Schauen wir uns also an, welche Hardware wir für ungefähr 1.500 Euro erhalten:

Komplett PC



Der Komplett-PC
Für einen solchen Preis müssen kaum noch Kompromisse eingegangen werden. Diese Computer richten sich meist vor allem an Spieler oder professionelle Anwender, und genauso liest sich auch die Liste der Komponenten: Ein Core i7 mit 3,4 Gigahertz Taktfrequenz, acht Gigabyte DDR3-RAM, eine GeForce GTX 670 als Grafikkarte und eine Kombination aus einem 250 Gigabyte großen SSD-Laufwerk sowie einer 2.000 Gigabyte großen herkömmlichen Festplatte lassen keine (Gamer-)Wünsche offen. Zusammen mit einem Blu-ray-Laufwerk verwandelt sich der Komplett-PC dann auch ganz schnell in eine Multimediazentrale für Filme, Serien & Co. Für einen solchen Beispiel-PC werden beim eingangs erwähnten Online-Händler sogar "nur" 1.479 Euro verlangt, womit wir sogar noch ein wenig unter unserem angepeilten Budget bleiben.



Der Eigenbau-PC
Unser selbstgebauter Computer besteht aus einer 256 Gigabyte großen Samsung-SSD, einer zwei Terabyte großen Festplatte, einem Core i7 mit 3,5 Gigahertz Taktfrequenz, einer GeForce GTX 660 Ti, 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und einem MSI Z77A-Mainboard. Der Preis für diese Kombination liegt bei etwa 1.130 Euro. Es bleibt also noch Luft nach oben, um für 30 Euro ein Blu-ray-Laufwerk hinzuzufügen, eine Windows-Lizenz zu erwerben - falls notwendig -, und vielleicht eine noch stärkere Grafikkarte ab 500 Euro aufwärts einzubauen. Im Bereich der Leistung liegt diese Kombination für 1.130 Euro dann etwas vor dem beispielhaften Komplett-PC - und das bei einer erstaunlich hohen Ersparnis von 350 Euro. Sind Eigenbau-PCs also immer der heilige Gral der PC-Anwender?


Die Vorteile der Komplett-PCs
Auch andere Fachmagazine wie die etwa Chip.de sind der Frage Selbstbau oder Komplettsystem nachgegangen und zum selben Ergebnis gekommen. Das zusätzliche Geld, das in Komplett-PCs investiert wird, fließt schließlich nicht einfach in die Taschen von irgendwelchen gierigen Unternehmensleitern. Für den gezahlten Aufpreis erhält der Kunde eine Garantie auf die Funktionsfähigkeit des kompletten Computers - dieser Punkt fällt bei Eigenbau-PCs komplett weg -, und der Käufer spart sich auch noch die unter Umständen extrem zeit- und nervenaufwendige Bastelarbeit mit den Einzelteilen. Neulinge sollten von dieser Lösung ohnehin Abstand halten, denn das Innenleben eines Computers kann man, ähnlich wie etwa einen Automotor, nicht an einem Nachmittag auf Anhieb verstehen.

Wer hier Geld sparen möchte, indem er zum Eigenbau-PC greift, sollte also wirklich wissen, was auf ihn zukommt - denn sonst wird man sich schnell überlegen, ob es nicht klüger gewesen wäre, doch lieber die zusätzlichen 100 Euro für einen betriebsbereiten Komplett-PC auf den Tisch zu legen.


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2 Kommentare

2.) rizawi 29.05.2013 - 01:21 Uhr
lustig, könnte aus einem Forenthema abgeleitet sein, haben wir hier nicht mal einen GamingPC zusammengestellt? Ich dächte ich hätte da auch was für 1500€ konstruiert mit ner 512er SSD und ner GTX680 sowie zu 90% Enthusiast Hardware :D . 100€ Ersparnis sind da übrigens ein ziemlicher Witz, im 1500€ Segment zahlt man bei den meisten Herstellern schon 500 für den Namen drauf und hat dann trotzdem nur Ramschteile drin in Form von Blickfängern die zwar erst mal gut klingen, sich dann aber als zweite bis dritte Wahl entpuppen. Das einzige was man sich spart ist Zeit im ersten Moment, aber auf Dauer hat man mehr Ärger und ein grösseres Loch im Portemonnaie. Dazu kommen die äusserst hässlichen und nutzlosen Gehäuse, die bei solchen Fertigkisten verbaut werden, wie z.b. oben zu bewundern. Die Krone gewinnt da allerdings noch Alienware. Gegen ein ordentliches OC Gehäuse mit Casual Look gehen die ein wie ein Gänseblümchen in der Wüste...

Fakt ist, man braucht kein Genie zu sein, um sich selber einen PC zusammen zu bauen. Alles was man können muss ist Sinn verstehendes Lesen und wenn man Alzheimer hat noch ein bisschen Copy&Paste. Wee der Faulheit halber mehr Geld zum Fenster raus wirft, hat einfach ein Luxusproblem...
1.) Luk Luk 28.05.2013 - 14:55 Uhr
Und wo ist da jetzt die News?